Strategie bis 2035: Verkehr neu gewichten
Das Land Salzburg hat am Dienstag das Landesmobilitätskonzept «salzburg.mobil 2035» präsentiert. Kern der Strategie ist eine spürbare Verlagerung vom motorisierten Individualverkehr hin zu öffentlichen Verkehrsmitteln sowie Rad- und Fußverkehr. Laut den vorgelegten Zielwerten soll der Anteil des sogenannten Umweltverbunds bis 2035 um 6,5 Prozentpunkte wachsen. Gleichzeitig ist vorgesehen, den Anteil der Pkw-Lenker von derzeit 45,5 % auf 38,5 % zu senken.
Ansatz: Alternativen schaffen statt Verbote
Das Konzept setzt ausdrücklich auf Attraktivierung statt Restriktionen. Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll (ÖVP) betonte bei der Präsentation, dass der Wandel nur über bessere Angebote gelingen könne. Wörtlich sagte Schnöll:
„Wir wollen ein modernes, gut vernetztes Mobilitätssystem schaffen – eines, das den Alltag der Salzburgerinnen und Salzburger erleichtert, die Wirtschaft unterstützt und gleichzeitig unsere Umwelt schützt. Uns ist bewusst, dass dennoch viele Salzburger auf das Auto angewiesen sind.“
Er unterstrich, dass es nicht darum gehe, Autofahrer einzuschränken, sondern Alternativen zu ermöglichen. Ein zweiter Punkt war ihm wichtig:
„Wenn der öffentliche Verkehr leistbar ist und gut funktioniert, steigen die Menschen freiwillig um.“
Schwerpunkte für Stadt und Land
Die Ausrichtung umfasst drei zentrale Felder: den weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs als Rückgrat, die Verbesserung der Rad- und Fußwege sowie innovative Mobilitätsangebote in ländlichen Gebieten. Für die Stadt Salzburg mit ihren täglichen Pendlerströmen könnte dies mittelfristig kürzere Reisezeiten, dichtere Takte und sicherere Verbindungen für Radfahrende und Fußgänger bedeuten. Im Umland und in Randlagen sind flexible Lösungen vorgesehen, die Wege ohne eigenes Auto erleichtern sollen.
Konkrete Zielzahlen im Überblick
| Kennzahl | Ausgangswert | Ziel 2035 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Pkw-Anteil (Lenker) | 45,5 % | 38,5 % | -7,0 %-Punkte |
| Umweltverbund (ÖV/Rad/Fuß) | – | – | +6,5 %-Punkte |
Die Differenz beim Pkw-Anteil ist rechnerisch herleitbar; beim Umweltverbund liegt eine Zielsteigerung um 6,5 Prozentpunkte vor. Weitere Aufschlüsselungen nach Verkehrsmitteln wurden bei der Präsentation nicht ausgewiesen.
Bedeutung für Salzburgs Alltag
Für Bewohnerinnen und Bewohner im Bezirk Salzburg heißt das: Der Umstieg soll durch leistbare und verlässliche Öffi-Angebote erleichtert werden. Verbesserte Rad- und Fußwege erhöhen die Sicherheit und können kurze Wege beschleunigen. In Summe zielt das Konzept auf weniger Stau, geringere Belastungen durch Verkehr und mehr Auswahl bei der Fortbewegung. Ob diese Effekte eintreten, wird davon abhängen, wie rasch und konsequent Ausbauten umgesetzt und wie gut Angebote eng vernetzt werden.
Was jetzt zählt
- Planungssicherheit: Die gesetzten Zielmarken bis 2035 schaffen einen Rahmen für Investitionen in Öffi-Infrastruktur sowie Rad- und Fußwege.
- Alltagsnutzen im Fokus: Taktung, Verlässlichkeit und Erreichbarkeit werden entscheidend sein, damit der gewünschte Modal-Split erreicht wird.
- Akzeptanz durch Qualität: Der vorgesehene Verzicht auf Verbote setzt voraus, dass Alternativen tatsächlich schneller, bequemer und kostengünstig genug sind.
Das Konzept versteht sich als Leitlinie für die nächsten zehn Jahre. Es wird daran zu messen sein, ob die formulierten Ziele – insbesondere die Reduktion des Pkw-Anteils auf 38,5 % – erreichbar sind und sich im Alltag der Salzburgerinnen und Salzburger spürbar niederschlagen.