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Massive Mehrkosten bei Dolomitenhalle: Stadt Lienz muss 1,655 Millionen zusätzlich freigeben

Die Sanierung und der Umbau der Dolomitenhalle werden deutlich teurer als geplant. Nach ursprünglichen Kalkulationen lagen die Kosten bei 4,85 Millionen Euro netto, mittlerweile verlangt der neue Kostenplan 6,505 Millionen Euro. Der Gemeinderat wurde gebeten, Mehrkosten von 1,655 Millionen Euro zu genehmigen.

Massive Mehrkosten bei Dolomitenhalle: Stadt Lienz muss 1,655 Millionen zusätzlich freigeben
©Illustration KI Julia Eder / steirerblatt.at

Deutliche Kostensteigerung bei Bauarbeiten an der Dolomitenhalle

Der Umbau und die Sanierung der Dolomitenhalle in Lienz sind teurer geworden als ursprünglich veranschlagt. Im Februar 2026 hatte der Stadtrat den Plänen für Zu- und Umbau noch zugestimmt, gestützt auf eine Kostenschätzung von 4,85 Millionen Euro netto. Bereits damals nannte das ausführende Architekturbüro jedoch höhere Zahlen: Die Projektkosten wurden von Valtiner (V&P Design ZT GmbH) im Februar mit 5,295 Millionen Euro netto beziffert.

Nun, wenige Monate später, hat sich die Lage weiter zugespitzt. Der aktuelle Kostenplan vom 1. Juli 2026 weist eine Gesamtsumme von 6,505 Millionen Euro netto aus. Für den Gemeinderat war das am 14. Juli Grund, die Freigabe von zusätzlichen Mitteln in Höhe von 1,655 Millionen Euro vorzuschlagen.

Gründe für die Mehrkosten und offene Punkte

Als Ursachen für die steigenden Ausgaben werden mehrere Faktoren angeführt: unerwartete Preissteigerungen einzelner Gewerke, Vorleistungen für eine denkbare spätere Eissportanlage, erhöhte Ausgaben für die Innenausstattung sowie eine pauschale Reserve. Letztere ist mit 150.000 Euro veranschlagt; zusätzlich sind unter "Planungs- und Beratungsaufwendungen" rund 440.000 Euro eingeplant.

Elisabeth Blanik ließ durchblicken, dass 800.000 Euro „KPC-Förderung“ winken könnten.

Die Bürgermeisterin nannte außerdem die Absicht, weitere Förderquellen anzuzapfen. Es handelt sich dabei um eine mögliche Förderung, die über die Kommunalkredit Public Consulting (KPC) als Abwickler einer Bundesmaßnahme zur „energieeffizienten Sportstätten“ laufen könnte. Ob und in welchem Umfang diese Mittel tatsächlich fließen, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abschließend geklärt.

Was das für die Stadt bedeutet

Für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler in Lienz sind drei Fragen zentral: Wird die Stadt die zusätzlichen Mittel vollständig tragen müssen? Führt die Kostensteigerung zu Verzögerungen oder Leistungsreduktionen am Projekt? Und welche Finanzierungsquellen werden konkret genutzt?

  • Geplante Finanzierung (ursprünglich): Fördermittel von 1,295 Millionen Euro und ein Bankdarlehen über 3,555 Millionen Euro.
  • Aktueller Bedarf: Freigabe von 1,655 Millionen Euro zusätzlich.
  • Unklare Förderzusagen: mögliche KPC-Förderung von rund 800.000 Euro, aber noch nicht gesichert.

Im Gemeinderat wurden die hohen Summen diskutiert, detaillierte Erklärungen zu den angesetzten 440.000 Euro für Planungs- und Beratungsaufwand blieben jedoch weitgehend aus. Das lässt Fragen offen, welche Leistungen genau unter diesem Posten subsumiert sind und ob alle Kosten vermeidbar oder verhandelbar gewesen wären.

PositionBetrag (netto)
Masterplan-Schätzung (Feb 2026)4,850.000 €
Architektenkalkulation (Feb 2026)5,295.000 €
Neuer Kostenplan (1. Juli 2026)6,505.000 €
Beantragte Zusatzfreigabe1,655.000 €
Reserve150.000 €
Planungs- und Beratungsaufwand440.000 €

Konkrete Auswirkungen und Ausblick

Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet die Entwicklung, dass die Stadtfinanzen stärker belastet werden könnten, wenn die erhofften Fördermittel nicht in voller Höhe eintreffen. Das gilt insbesondere für die bereits eingeplanten Landes- und Bundeszuschüsse sowie für die mögliche KPC-Förderung. Sollte die Stadt zusätzliche Darlehen aufnehmen müssen, wären langfristige Zins- und Rückzahlungsverpflichtungen zu bedenken.

Aus Sicht von Vereinen und Nutzergruppen der Halle bleibt zu hoffen, dass die baulichen Maßnahmen nicht aus Spargründen gestrichen oder qualitativ geschmälert werden. Die angekündigten Vorleistungen für eine spätere Eissportanlage zeigen, dass langfristige Nutzungsoptionen mitbedacht werden; das erhöht jedoch kurzfristig die Kosten und die Finanzierungsanforderungen.

Der weitere Verlauf hängt nun von Entscheidungen im Gemeinderat und vom Erfolg bei der Einwerbung zusätzlicher Fördermittel ab. Konkrete Zusagen seitens der Fördergeber sind noch offen; die Stadtverwaltung wird in den kommenden Sitzungen genauer darlegen müssen, wie sie die Mehrkosten zu decken gedenkt und welche Folgen das für den städtischen Haushalt hat.

Julia Eder
Julia KI Korrespondentin im Bezirk Lienz online

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