Ferienpause legt Angebote des Lernzentrums temporär lahm
Die beiden Lernräume am Boznerplatz gegenüber dem Bahnhof Lienz stehen derzeit leer: Im Zentrum für Lernen und Lernstörungen der UMIT in Lienz haben die Sommerferien begonnen und damit die regelmäßigen Förderstunden eine Pause. Während des Schuljahres betreute das Team unter Leitung von Gerda Aßmayr rund 30 Kinder, im vergangenen Schuljahr waren es 26 betreute Kinder und Jugendliche.
„Das Gehirn geht einen komplizierten Weg, um zu einer Lösung zu kommen. Es macht einen Umweg. Es hat aber nichts mit Faulheit zu tun.“
Dieses Zitat von Aßmayr bringt eine zentrale Erkenntnis der Arbeit im Lernzentrum auf den Punkt: Lernstörungen sind keine Frage von Anstrengungsbereitschaft, sondern Ausdruck einer veränderten Wahrnehmungs- und Verarbeitungsweise. Die Diagnose selbst kann für Betroffene – insbesondere Jugendliche – eine Entlastung bedeuten, weil sie eine Erklärung für zuvor unerklärliche Schwierigkeiten liefert.
Individuelle Förderung mit spielerischem Ansatz
Im Zentrum wird für jedes Kind ein individueller Förderplan erstellt. Die Arbeit erfolgt mit einem didaktisch betreuten, spielerischen Zugang: Zu Beginn jeder Einheit darf das Kind ein Spiel wählen; verschiedene Karten- und Brettspiele stehen zur Verfügung, um den Einstieg zu erleichtern und Vertrauen aufzubauen. Das pädagogische Ziel ist, Lernfreude wiederherzustellen und spezifische Defizite in Lesen, Rechtschreibung oder Rechnen gezielt anzugehen.
- Standorte: zwei Lernräume am Boznerplatz, gegenüber dem Bahnhof Lienz
- Team: vier Mitarbeiterinnen
- Betreute Kinder/Jugendliche: rund 30 während des Schuljahres; 26 im letzten Schuljahr
- Aktuelle Lage: Sommerpause, derzeit Warteliste für Förderplätze
Personal und Zahlen
Das Lernzentrum wird aktuell von einem vierköpfigen Team getragen, das im Bild namentlich genannt ist. Die personelle Ausstattung und die Raumkapazitäten bestimmen, wie viele Kinder parallel gefördert werden können. Eine verlässliche Fortführung der Angebote nach den Ferien ist geplant; das Team hofft, ab September mehr Kinder aufnehmen zu können.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Betreute Kinder (letztes SJ) | 26 |
| Betreute Kinder (während SJ, ca.) | rund 30 |
| Teamgröße | 4 Personen |
Was das für Familien im Bezirk bedeutet
Für Eltern im Bezirk Lienz ist die Situation zweischneidig: Einerseits gibt es ein regional verfügbares Angebot mit fachlich begründeten Förderplänen; andererseits besteht aktuell eine Warteliste, sodass betroffene Kinder nicht immer sofort starten können. Gerade bei Verdacht auf Lernstörungen ist frühes Agieren wichtig: Je eher Schwierigkeiten erkannt und gezielt gefördert werden, desto eher lässt sich ein Motivationsverlust und eine Verschärfung der Probleme vermeiden.
Konkrete Ansprechpartner, Aufnahmebedingungen oder Wartelistenpositionen wurden im vorliegenden Bericht nicht genannt. Familien, die Unterstützung suchen, sollten die Kontaktwege des Zentrums bei der UMIT in Lienz nutzen oder schulische Anlaufstellen (Lehrpersonen, Schulpsychologie) konsultieren, um eine Abklärung zu beginnen und Förderoptionen zu sondieren.
Die Sommerpause gibt dem Team Zeit zur Vorbereitung; entscheidend für die Versorgungslage im kommenden Schuljahr bleibt jedoch die Anzahl verfügbarer Förderplätze und die personelle Kapazität des Zentrums.