Rücktritt nach Beratungen in der Magistratsdirektion
Der langjährige Leiter der Magistratsabteilung MA 59 (Marktamt), Andreas Kutheil, ist mit sofortiger Wirkung von seiner Funktion zurückgetreten. Die Magistratsdirektion bestätigte am Donnerstagnachmittag die Entscheidung und teilte mit, dass die Abteilungsleitung vorläufig durch den stellvertretenden Abteilungsleiter Christian Seiringer übernommen wird. Kutheil leitete die Abteilung seit acht Jahren und war für rund 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlich.
Vorwürfe und laufende Verfahren
Auslöser für die eskalierende Situation waren in Medien publizierte Berichte, in denen Beschäftigte zahlreiche Vorwürfe gegen die Leitung formulierten. Genannt wurden unter anderem Rassismus, Mobbing sowie Sexismus; Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sprachen von einem "Klima der Angst" und einer stark belasteten Arbeitsatmosphäre. In der Folge haben Betroffene interne Dokumente, darunter Gedächtnisprotokolle zu einem Vorfall bei einer Betriebsfeier, und Meldungen an den Unabhängigen Bedienstetenschutz der Stadt weitergeleitet.
„Kutheil habe ersucht, ‚aus persönlichen Gründen mit sofortiger Wirkung von dieser Funktion enthoben zu werden. Die Abteilungsleitung wird bis auf Weiteres Abteilungsleiter-Stv. Christian Seiringer übernehmen‘,“
Die Magistratsdirektion teilte außerdem mit, dass sie die gemeldeten Hinweise und Vorwürfe derzeit prüfe und die Ergebnisse abzuwarten seien. Bis zu einem Abschluss des Verfahrens gelte die Unschuldsvermutung.
- Die Vorwürfe wurden in einem Bericht zusammengefasst, der öffentlich wurde.
- Mitarbeiterinnen bezogen sich konkret auf Vorfälle bei einer Weihnachtsfeier und auf wiederholte Beschimpfungen.
- Der Unabhängige Bedienstetenschutz ist informiert; aufgrund von Verschwiegenheitspflichten sind Details nicht zugänglich.
Konkrete Folgen vor Ort
Der Rücktritt bedeutet eine sofortige Führungsänderung in einer der städtischen Abteilungen, die für Märkte und Marktorganisation in Wien zuständig ist. Für Marktbetreibende und Beschäftigte sind in den kommenden Wochen vor allem folgende Punkte relevant:
- Kontinuität der Geschäftsabläufe wird durch die Benennung eines Stellvertreters angestrebt.
- Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Vorwürfe erhoben haben, haben Anzeige- beziehungsweise Meldestellen kontaktiert; interne Prüfungen laufen.
- Ergebnisse der Untersuchungen werden Auswirkungen auf Personalentscheidungen und das Arbeitsklima in der Abteilung haben.
In einem Pressetext hieß es weiters, dass weitere Stellungnahmen seitens der Magistratsdirektion zunächst nicht geplant seien. Ein Personalvertreter äußerte gegenüber Medien, es gebe "Aktenschränke voller Vorwürfe". Zu den einzelnen Anschuldigungen sowie zum weiteren Verfahrensverlauf warten Stadtverwaltung und Öffentlichkeit nun auf die Ergebnisse der laufenden Erhebungen.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Abteilungsleiter | Andreas Kutheil (tritt zurück) |
| Stellvertretender Übernehmer | Christian Seiringer (vorläufig) |
| Dauer der Leitung | 8 Jahre |
| Personalstärke MA 59 | ca. 220 Personen |
Für Betroffene und Beobachter bleibt wichtig, dass die Prüfungen der Magistratsdirektion transparent und zügig erfolgen, damit Vertrauen in die städtischen Behörden wieder hergestellt werden kann. Bis dahin bleibt die rechtliche und arbeitsrechtliche Bewertung der Vorwürfe offen, da die Unschuldsvermutung gilt.