Vorwürfe gegen Leitung der MA 59 sorgen für Unruhe
Der Leiter des Wiener Marktamts, Andreas Kutheil, sieht sich laut einem Bericht der Wochenzeitung Falter mit einer Reihe schwerer Vorwürfe konfrontiert. Es geht demnach um Sexismus, Rassismus und Mobbing innerhalb der Magistratsabteilung MA 59, die Kutheil seit acht Jahren führt und in der rund 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt sind.
Beschwerden aus der Dienststelle sind den Angaben zufolge bereits an den Unabhängigen Bedienstetenschutz (UBSB) herangetragen worden. Mehrere Beschäftigte schilderten dem Bericht zufolge ein „Klima der Angst“ und einen „massiv belasteten“ Arbeitsalltag. Die Wiener Magistratsdirektion erklärte, die Vorwürfe ernst zu nehmen und prüfen zu lassen; eine Beschwerde von rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werde derzeit von der Internen Revision bearbeitet.
Konkrete Vorwürfe und gesundheitliche Folgen
Der Falter-Bericht nennt mehrere dokumentierte Fälle. Bei der Marktamts-Weihnachtsfeier 2023 soll es laut Zeugenaussagen zu einem rassistischen Vorfall gekommen sein: Kutheil habe sich demnach mehrere Minuten darüber beklagt, dass das N-Wort nicht mehr verwendet werden dürfe, obwohl er neben einer schwarzen Mitarbeiterin gestanden habe. Vier Kolleginnen und Kollegen fertigten daraufhin ein Gedächtnisprotokoll an und wandten sich an den UBSB.
In einem weiteren Fall soll ein männlicher Mitarbeiter nach einer verbalen Attacke des Leiters zu weinen begonnen haben und anschließend von Kutheil beschimpft worden sein. Der Mann befindet sich laut Bericht seitdem mit Depressionen im Krankenstand; aus einem ärztlichen Attest eines Psychologen wird zitiert, dass ein Kontakt mit der Dienststelle „zu einer erheblichen Verschlechterung seines Gesundheitszustandes führen“ würde.
„Ein Kontakt mit der Dienststelle würde zu einer erheblichen Verschlechterung seines Gesundheitszustandes führen.“
Außerdem wird berichtet, dass eine Mitarbeiterin, die eine sexuelle Belästigung angezeigt habe, von Kutheil laut Zeugenaussage als „schiach“ bezeichnet worden sei. Ein Personalvertreter sprach von „Aktenschränken voller Vorwürfe“.
Verfahren, Transparenz und mögliche Folgen
Die genannten Stellen — UBSB und Interne Revision — sind in solchen Fällen die zuständigen internen Anlaufstellen. Der Unabhängige Bedienstetenschutz bestätigte dem Bericht zufolge, von den Vorwürfen Kenntnis zu haben, nannte aus Gründen der Verschwiegenheitspflicht jedoch keine Details. Die Magistratsdirektion betonte, sie werde die Hinweise prüfen.
Für die Betroffenen und die Dienststelle stehen mehrere Fragen im Raum: Wie schnell und umfassend werden die Prüfungen durchgeführt? Welche Maßnahmen folgen, falls sich die Vorwürfe bestätigen? Und wie wird das Dienstklima für die verbleibenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesichert? Konkrete Sanktionen oder personelle Veränderungen wurden in den bisher veröffentlichen Angaben nicht genannt.
- Bekannte Fakten: Leiter MA 59: Andreas Kutheil; Alter: 60; Dienststelle mit 220 Beschäftigten.
- Beschwerden: Mindestens 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen eine Beschwerde eingebracht haben; vier Personen fertigten ein Gedächtnisprotokoll an.
- Involvierte Stellen: Unabhängiger Bedienstetenschutz (UBSB) und Interne Revision der Stadt Wien.
Die Situation hat Bedeutung für Wienerinnen und Wiener nicht nur wegen der Betroffenen: Führungskultur in Magistratsabteilungen beeinflusst Arbeitsfähigkeit öffentlicher Dienste, interne Prozesse und das Vertrauen in Behörden. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in städtischen Dienststellen haben Anspruch auf Schutz vor Diskriminierung und Belästigung; das Verwaltungsverfahren wird nun zeigen, ob und in welchem Umfang dieser Schutz missachtet wurde und welche organisatorischen Lehren daraus gezogen werden.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Leiter MA 59 | Andreas Kutheil |
| Alter | 60 |
| Beschäftigte in MA 59 | ~220 |
| Bekannte Beschwerdeführer | ~20 |
Die nächsten Schritte werden die internen Prüfungen und mögliche Stellungnahmen der betroffenen Personen sein. Sobald offizielle Ergebnisse vorliegen, sind Entscheidungen zu erwarten, die nicht nur personelle Folgen, sondern auch organisatorische Anpassungen und Maßnahmen zur Verbesserung des Dienstklimas nach sich ziehen können.