Trockenheit trifft Brutvögel: Unterstützung durch Storchenstation
Die andauernde Hitze und Trockenheit im Burgenland wirken sich auch in Rust auf die Weißstorchpopulation aus. Wie Igor Smrtnik, Obmann des Storchenvereins Rust, gegenüber der APA erklärte, führt das reduzierte Nahrungsangebot infolge der Dürre zu einer spürbaren Belastung der Elternvögel, vor allem dann, wenn noch Jungtiere im Nest sind.
Für die aktuelle Brutsaison ergibt sich dennoch ein positives Bild: Insgesamt haben in Rust heuer 27 Storchenpaare erfolgreich gebrütet, aus denen 80 Küken geschlüpft sind. Die Mehrzahl dieser Jungvögel ist inzwischen flügge und beschafft sich selbst Nahrung, teilweise jedoch weiterhin mit Unterstützung der lokalen Storchenstation.
„Das geht an die Substanz“,
so Smrtnik zur Belastungssituation der Elternvögel in langen Trockenphasen. Diese Aussage unterstreicht, dass die kritischen Phasen vor allem dann auftreten, wenn die Altvögel noch vollständig für die Fütterung mehrerer Nestlinge aufkommen müssen.
Praktische Folgen vor Ort
Für Rust bedeutet das: Die Storchenstation bleibt ein wichtiger Puffer in trockenen Jahren. Dort wird derzeit zugefüttert, und zwei Küken werden aktiv betreut, befinden sich jedoch in einem guten gesundheitlichen Zustand. Für die Bevölkerung sind folgende Aspekte relevant:
- Die meisten Jungvögel sind bereits selbstständig; das unmittelbare Risiko von Massenverlusten scheint derzeit gering.
- Die Storchenstation übernimmt ergänzende Fütterung und Pflege in Einzelfällen – dies erhöht die Überlebenschancen der Schwächeren.
- Weitere lang anhaltende Trockenperioden könnten die Situation verschärfen, insbesondere bei späteren Bruten oder neuen Nestgründungen.
Dynamik der Abreise und Ausblick
Ob sich die außergewöhnlich hohen Temperaturen auf den Zeitpunkt des Zugbeginns auswirken, ist laut Smrtnik noch offen. Üblicherweise brechen die ersten Störche um den 20. August auf; üblicherweise folgen die übrigen Tiere innerhalb von sieben bis zwölf Tagen in mehreren Schüben. Beobachterinnen und Beobachter in Rust sollten in den kommenden Wochen mit erhöhtem Durchzug rechnen und können so die Abreise der Tiere verfolgen.
| Parameter | Anzahl |
|---|---|
| Brutpaare in Rust | 27 |
| Geschlüpfte Küken | 80 |
| Derzeit betreute Küken | 2 |
Für die lokale Bevölkerung und Ehrenamtliche bleibt die Empfehlung, sensible Brutplätze zu schonen, Störungen möglichst zu vermeiden und Hinweise an die Storchenstation weiterzuleiten, falls geschwächte Tiere beobachtet werden. Die vorhandenen Maßnahmen der Storchenstation haben bislang dazu beigetragen, dass die Jungtierzahlen trotz der Dürre relativ stabil geblieben sind.
Langfristig wird die Häufigkeit und Intensität solcher Trockenphasen eine zentrale Rolle für den Erhalt der regionalen Storchenpopulation spielen. Kurzfristig entscheidet die Versorgung in den kommenden Wochen darüber, wie viele Jungstörche gesund die Reise in die Winterquartiere antreten können.