Praktische Einblicke statt reiner Theorie
Das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried hat seit dem Frühjahr rund 320 Jugendliche an sechs Mittelschulen im Inn- und Hausruckviertel über den Pflegeberuf informiert. Ziel der Initiative ist es, jungen Menschen die Vielseitigkeit und die konkreten Anforderungen der Pflege unmittelbar erfahrbar zu machen – nicht nur durch Vorträge, sondern durch praktische Workshops und Simulationsübungen.
Wo das Projekt stattgefunden hat
Die Schulbesuche fanden an den Standorten in Eberschwang, Haag, Pram, Aurolzmünster, Altheim und Frankenburg statt. Drei bis vier Pflegefachkräfte informierten jeweils im Unterrichtsfach „Berufsorientierung“ über ihren Alltag und beantworteten Fragen der Jugendlichen.
- Konkrete Praxis: Simulationsgeräte zeigten Einschränkungen der Beweglichkeit und veränderte Wahrnehmungen.
- Direkter Austausch: Pflegefachkräfte berichteten aus dem Berufsalltag und gaben Einblicke in verschiedenste Aufgabenbereiche.
- Weiteres Angebot: Hospitationen für HBLW- und BORG-Schüler der 4. Klassen seit drei Jahren.
Nachfrage und Fortführung
Die Aktion stieß auf große Nachfrage: vier weitere Schulen mussten auf das kommende Schuljahr vertröstet werden. Das Krankenhaus kündigt an, die Besuche im Schuljahr 2026/27 fortzusetzen. Ergänzend absolvieren Schüler der vierten Klassen von HBLW und BORG bereits seit drei Jahren zweitägige Hospitationen im Krankenhaus. Dabei werden unter anderem die Notfallambulanz, Dialyse, Operationsbereich und Stationsalltag gezeigt.
„Wir möchten den Jugendlichen zeigen, wie vielseitig und sinnstiftend der Pflegeberuf ist. Dabei geht es uns nicht nur darum, über Pflege zu sprechen, sondern sie erlebbar zu machen. Wenn Schülerinnen und Schüler selbst ausprobieren können, wie sich bestimmte Einschränkungen anfühlen, entstehen oft ganz neue Perspektiven und ein sehr unmittelbarer Zugang zum Thema“,
erläutert Gerhard Pumberger, Verantwortlicher für die Schulbesuche am Krankenhaus Ried.
Konkrete Folgen für den Bezirk
Die Initiative hat eine doppelte Bedeutung für das Innviertel: Einerseits schafft sie frühzeitige Orientierung für Jugendliche bei der Berufswahl, andererseits leistet sie einen Beitrag zur Fachkräftesicherung im lokalen Gesundheitswesen. Laut Krankenhausangaben haben mehrere Jugendliche durch die Maßnahmen bereits eine gestärkte Motivation entwickelt, eine Pflegeausbildung zu beginnen oder sich an der FH Gesundheitsberufe Oberösterreich zu bewerben.
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Jugendliche informiert | 320 |
| Mittelschulen besucht | 6 |
| Weitere Schulen auf Warteliste | 4 |
Für Eltern und Lehrkräfte in der Region bedeutet das Angebot eine niederschwellige Möglichkeit, Jugendliche an einen Berufsbereich heranzuführen, der sowohl regionalen Bedarf als auch sichere Beschäftigungsperspektiven bietet. Schulen, die Interesse an einer Zusammenarbeit haben, sollten frühzeitig Kontakt zum Krankenhaus aufnehmen, da die Nachfrage größer ist als das aktuelle Angebot.
Die Kombination aus Information, praktischer Erfahrung und anschließenden Hospitationen bildet einen pragmatischen Ansatz, um Berufsorientierung in der Praxis zu verankern und gleichzeitig die Brücke zwischen Ausbildung und regionalem Arbeitsmarkt zu stärken.