Hitze und Dürre setzen Wildtieren im Bezirk Deutschlandsberg zu
Die anhaltende Trockenheit in der Südweststeiermark wirkt sich zunehmend auf die heimischen Wildtierbestände im Bezirk Deutschlandsberg aus. Längere Hitzephasen und ausbleibende Niederschläge führen dazu, dass Böden und Pflanzen austrocknen, Morgentau ausbleibt und kleine Wasserstellen versiegen. Für viele Tiere, die einen Großteil ihres Wasserbedarfs über Nahrung und natürliche Feuchtstellen decken, bedeutet das einen erheblichen Stressfaktor.
Bezirksjägermeister Johann Silberschneider weist darauf hin, dass die Folgen weit über kurzfristige Wasserknappheit hinausgehen: Schwächung des Immunsystems, höhere Krankheitsanfälligkeit und Beeinträchtigung der Entwicklung von Jungtieren sind die unmittelbaren Risiken.
"Fallen diese wichtigen Quellen aus, geraten viele Tiere in eine Notsituation", erklärt Johann Silberschneider, Bezirksjägermeister in Deutschlandsberg.
Jägerschaft reagiert mit ehrenamtlichen Wasserstellen
Als Reaktion auf die prekäre Lage bauen Jägerinnen und Jäger in den Revieren nachhaltige Wasserstellen auf und betreuen diese ehrenamtlich. Ziel ist es, akute Lebensraumdefizite zu mindern und besonders in heißen Phasen Trinkmöglichkeiten anzubieten, ohne dabei langfristig natürliche Verhaltensweisen der Tiere zu verändern.
Für die Bevölkerung im Bezirk hat dieses Engagement konkrete Bedeutung: Ausreichende Wasserstellen können lokale Wildbestände stabilisieren, die Frequenz von kranken oder geschwächten Tieren reduzieren und somit auch Begegnungen mit Menschen auf Feldern und Straßen beeinflussen.
Konkrete Zahlen: Wasserbedarf ausgewählter Arten
Aus dem praktischen Erfahrungsschatz der Jägerschaft ergeben sich Richtwerte für den Tagesbedarf, die verdeutlichen, wie schnell Wasserknappheit zur Bedrohung werden kann:
- Ein erwachsenes Reh benötigt durchschnittlich 1 bis 1,5 Liter Wasser pro Tag; bei Hitze steigt dieser Bedarf.
- Ein Feldhase kommt mit etwa 0,3 bis 0,5 Liter pro Tag aus, ist jedoch stark von wasserreicher Nahrung abhängig.
| Art | Durchschnittlicher Tagesbedarf |
|---|---|
| Reh | 1–1,5 l |
| Feldhase | 0,3–0,5 l |
Diese Zahlen zeigen, wie schnell lokale Wasserquellen erschöpft sein können, wenn sie versiegen. Für Jungtiere und kranke Tiere ist die Lage besonders kritisch.
Für Gemeinden, Landwirtinnen und Landwirte sowie Waldbesitzer im Bezirk bedeutet das: Kooperationen mit der Jägerschaft sind sinnvoll, um Standorte für Wasserstellen abzustimmen, rechtliche Rahmenbedingungen zu klären und mögliche Gefährdungen durch offen stehende Wasserbehälter zu vermeiden. Gleichzeitig macht die Situation deutlich, dass Anpassungsmaßnahmen an die Folgen des Klimawandels auf lokaler Ebene notwendig sind.
Die Initiative der Jägerschaft ist ein praktischer Schritt, kurzfristig Leid zu lindern und lokalen Wildbestand zu schützen. Langfristig bleibt die Frage, welche Maßnahmen Gemeinde und Bezirksbehörden ergreifen, um Lebensräume resilienter gegenüber anhaltender Trockenheit zu machen.