Ende einer langjährigen Begegnungsstätte
Mit dem endgültigen Zuschließen des Café Gill am 19. Juli hat eine präsente Begegnungsstätte am Deutschlandsberger Hauptplatz aufgehört, wie viele sie kannten. Betreiberin Ingrid Reiterer, gebürtige Gamlitzerin und gelernte Konditorin, beendete damit einen Abschnitt, der fast ein Vierteljahrhundert währte: Von 2002 an war ihr Café Treffpunkt für Frühaufsteher, Nachtschichtarbeiter und Stammgäste, täglich geöffnet ab 6 Uhr.
Der Weg der Betreiberin geht von der Lehre in Mariazell über Stationen wie die Café-Konditorei Leitner in Frauental bis zur Selbstständigkeit in Deutschlandsberg. In all den Jahren prägten hausgemachte Mehlspeisen und persönliche Kundenbeziehungen das Profil des Lokals. Besonders beliebt war ihr Zwetschkenfleck.
Persönlicher Abschied und Bedeutung fürs Ortszentrum
Der Verlust des Cafés betrifft nicht nur das Angebot an Gastronomie, sondern auch das soziale Gefüge am Platz: Veranstaltungen wie „Schilcherberg in Flammen“ oder „Live vorm Rathaus“ verbunden mit Menschen, die sich regelmäßig trafen. Reiterer betont, dass aus Gästen oft Freundschaften geworden seien und dass der Austausch am Morgen zum Alltag vieler gehörte.
„Meine Gäste gehen mir schon ab. Aber ich genieße die Pension.“
Sie selbst beschreibt den Abschied als persönlich, nicht jedoch in erster Linie wehmütig: Nach beinahe 25 Jahren freue sie sich auf freiere Tage, auch wenn die Gastronomie nicht ganz aus ihrem Leben verschwinden dürfte. Erwähnt wurde der enge Zusammenhalt im Team, das in belastenden Zeiten geblieben sei.
Konkrete Fakten und lokale Folgen
- Das Café Gill war seit 2002 am Hauptplatz präsent.
- Bis zur Schließung war das Lokal sieben Tage die Woche geöffnet, ab 6 Uhr morgens.
- Die Betreiberin brachte Konditorei-Erfahrung aus Mariazell und Frauental ein und baute mit hausgemachten Mehlspeisen ein Stammpublikum auf.
Für die Bewohnerinnen und Bewohner von Deutschlandsberg bedeutet die Schließung: weniger Angebote im Kernbereich des Ortes, potenziell veränderte Frequenzen für Veranstaltungen am Hauptplatz und eine Lücke für Stammgäste, die ihre gewohnte Anlaufstelle verlieren. Für Beschäftigte und Zulieferer können sich ebenfalls Veränderungen ergeben, je nachdem, ob das Lokal weitergeführt, umgenutzt oder einem neuen Betreiber übergeben wird.
| Jahr/Datum | Ereignis |
|---|---|
| 2002 | Eröffnung des Café Gill durch Ingrid Reiterer |
| 19. Juli | Letzter Öffnungstag; endgültige Schließung (2026) |
Privat erwähnt Reiterer, dass sie zwei erwachsene Kinder hat (Alter 36 und 33), was den Schritt in die Pension für sie begleitet. Ob und in welcher Form das Café-Angebot am Hauptplatz neu entsteht, bleibt abzuwarten. Die Entwicklung in den kommenden Wochen wird für die Bewohnerinnen und Bewohner von Deutschlandsberg wichtig sein, um zu wissen, ob der Platz seine gewohnte Vielfalt zurückgewinnt oder sich dauerhaft verändert.