Simulationsübung am Standort Deutschlandsberg
Im Kreißsaal- und OP-Bereich des LKH Südweststeiermark am Standort Deutschlandsberg fand kürzlich eine interdisziplinäre Notfallsimulation statt. Ziel war es, die Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche in einer sehr seltenen, aber potenziell lebensbedrohlichen geburtshilflichen Komplikation zu optimieren. Geübt wurde das strukturierte Vorgehen unter realitätsnahen Bedingungen.
Als Szenario diente eine Fruchtwasserembolie — eine Komplikation, die innerhalb kürzester Zeit zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand der Mutter führen kann. Solche Ereignisse treten zwar selten auf, erfordern jedoch bei Auftreten rasches, koordiniertes Handeln aller Beteiligten.
Teilnehmende Berufsgruppen und Schwerpunkte
- Rund 20 Mitarbeitende aus Geburtshilfe, Anästhesie, Pflege, OP, Neonatologie und Hebammenwesen nahmen an der Übung teil.
- Geübt wurden Erkennung und Alarmketten, leitliniengerechte Reanimation sowie die interdisziplinäre Abstimmung.
- Besonderes Augenmerk lag auf klarer Kommunikation und definierten Abläufen zwischen den beteiligten Berufsgruppen.
Die Simulation nutzte eine medizinische Simulationspuppe, um realistische Bedingungen zu schaffen. Dadurch konnten Abläufe, Rollenverteilung und technische Maßnahmen überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.
„Gerade, weil dramatische Ereignisse in der Geburtshilfe heute zum Glück selten sind, bleibt die Simulation im Team unverzichtbar. Denn wenn der Ernstfall kommt, müssen Entscheidungen sicher, schnell und gemeinsam getroffen werden – mit Respekt, Hirn und Überzeugung“,
erklärte Alexander Huber, ärztlicher Leiter der Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.
Folgen für die Versorgung im Bezirk
Für Patientinnen im Bezirk Deutschlandsberg bedeutet das Training eine erhöhte Sicherheit im Fall seltener Komplikationen: Durch regelmäßige Simulationen sollen Abläufe schneller und koordinierter ablaufen, wodurch Reaktionszeiten verkürzt und Fehlerquellen reduziert werden können. Für das Personal schafft die Übung zudem die Möglichkeit, Zuständigkeiten zu schärfen und die Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg zu stärken.
In den nächsten Monaten sind weitere Übungen geplant, unter anderem zum Management einer Schulterdystokie, einer weiteren seltenen geburtshilflichen Notfallsituation. Solche wiederholten Trainings unterstützen die kontinuierliche Verbesserung lokaler Versorgungsstandards.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Simulationsszenario | Fruchtwasserembolie (Herz-Kreislauf-Stillstand möglich) |
| Teilnehmende | Rund 20 Mitarbeitende aus sechs Disziplinen |
| Geplante Folgeszenarien | Schulterdystokie |
Die Maßnahme ist Teil des KAGes-Trainingsprogramms „Teamergency“ und reiht sich in eine Reihe von Fortbildungsmaßnahmen ein, die die Qualität der Akutversorgung in der Region sichern sollen. Für die Menschen im Bezirk ist wichtig, dass lebensrettende Maßnahmen nicht nur theoretisch bekannt sind, sondern regelmäßig praktisch geprobt werden.