Der frühere Bürgermeister von Graz und langjährige Funktionär der steirischen Volkspartei, Franz Hasiba, ist am Sonntag im Alter von 93 Jahren gestorben. Hasiba, dessen politische Laufbahn sich über drei Jahrzehnte spannte, zog sich nach der Landtagswahl 2000 aus der aktiven Politik zurück. Sein Tod fällt einen Tag vor dem, was sein 94. Geburtstag geworden wäre.
Biografie und politische Stationen
Ausgebildet als Agraringenieur, begann Hasibas innerparteiliche Karriere bereits in den 1960er-Jahren. In verschiedenen Funktionen prägte er die Organisation und Ausrichtung der steirischen ÖVP und bekleidete hohe öffentliche Ämter in Stadt und Land.
- 1966–1973: Landesparteisekretär der steirischen Volkspartei
- 1973–1983: Mitglied der Grazer Stadtregierung, davon zehn Jahre als Vizebürgermeister
- 1983–1985: Bürgermeister der Stadt Graz
- 1985–1991: Landesrat in der steirischen Landesregierung
- 1991–1993: Landeshauptmann-Stellvertreter
- 1993–2000: Erster Präsident des Steiermärkischen Landtags
- 1987–1995: ÖAAB-Landesobmann
- 2002–2017: Vorsitzender des Klubs der VP-Altmandatare
| Funktion | Zeitraum |
|---|---|
| Landesparteisekretär | 1966–1973 |
| Bürgermeister von Graz | 1983–1985 |
| Erster Präsident des Landtags | 1993–2000 |
Würdigung und politische Bedeutung
Vertreterinnen und Vertreter der ÖVP würdigten Hasiba als einen prägenden Gestalter der steirischen Politik. In einer Aussendung hieß es, Hasiba habe Brücken zwischen Generationen und politischen Ansätzen gebaut und Politik als Dienst am Menschen verstanden. Sein Wirken sei von Sachlichkeit und Ausgleich geprägt gewesen, betonten Parteifreunde.
„Mit Franz Hasiba verliert die Steiermark einen ihrer großen Gestalter“, so die Würdigung aus der Landespartei.
Auch Stadtvertreterinnen betonten seine Rolle als Förderer politischer Talente und seine Vernetzung innerhalb der Grazer Politiklandschaft. Dass Hasiba nach langjähriger Tätigkeit 2000 aus der aktiven Politik ausschied, beendete eine Ära, die Spuren in der kommunalen und landespolitischen Struktur hinterließ.
Was der Tod für Graz bedeutet
Für Graz markiert der Tod Hasibas das Verschwinden einer politischen Figur, die in der Nachkriegs- und zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark auf die Entwicklung der Stadt und des Landes Einfluss nahm. Seine Arbeit als parteiinterner Organisator, als Bürgermeister und als Präsident des Landtags hat konkrete Verwaltungs- und Personalentscheidungen mitgeprägt, deren Folgen sich in politischen Netzwerken und in der Besetzung verantwortlicher Positionen in Graz und der Steiermark nachverfolgen lassen.
Für die Bevölkerung bedeutet dies vor allem das Ende einer persönlich vertrauten Stimme aus der lokalen Politikgeschichte; für die politische Landschaft ist es eine Erinnerung an die lange Kontinuität, die Hasiba verkörperte.
Die Hinterbliebenen wurden in den Medienmitteilungen nicht namentlich genannt. Beileidsbekundungen seitens politischer Vertreterinnen und Vertreter der Stadt und des Landes wurden öffentlich verbreitet.
Michael Ebner
Korrespondent Graz, Steirerblatt