Fehring: Praktische Ansätze gegen akuten Wassermangel
Beim Gemeinschaftsprojekt Cambium in Fehring haben lokale Landwirtschaftstreibende und Vertreterinnen der Grünen die drastischen Folgen der zunehmenden Trockenheit erörtert und konkrete Maßnahmen vorgestellt. Im Mittelpunkt des Lokalaugenscheins standen Strategien, Wasser in der Landschaft zu halten, Renaturierung und humusfördernde Maßnahmen auf landwirtschaftlichen Flächen.
Die Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl forderte beim Besuch rasches Handeln seitens des Landes und beklagte eine fehlende, klare Zuständigkeit für Umweltschutzfragen auf Landesebene. Ihr Leitmotiv fasste sie knapp zusammen:
„Jeder Tropfen zählt“
Biobauer Ernst Heuberger schilderte die Lage aus betrieblicher Sicht: Die Trockenheit habe bereits seit August 2025 zu deutlich geringeren Niederschlägen geführt, die Folgen seien in Form von Ernteausfällen und Futtermittelknappheit spürbar. Heuberger nannte Renaturierungsschritte und Aufbaumaßnahmen für humusreiche Böden als zentrale Elemente, damit Landwirtschaft auch künftig möglich bleibt.
Konkrete Zahlen und ihre Bedeutung
Aus den vorgebrachten Angaben geht hervor, dass die Veränderungen bereits messbar sind und unmittelbare Folgen für die Versorgungssicherheit haben:
- ~50 % weniger Niederschläge seit August 2025 (landesweit als Bezugsgröße genannt)
- Bis zu 80 % befürchtete Ernteausfälle in betroffenen Kulturen
- Getreideernte bereits um rund 20 % geringer ausgefallen
| Angabe | Nennung |
|---|---|
| Rückgang Niederschläge | ~50 % seit August 2025 |
| Mögliche Ernteausfälle | bis zu 80 % |
| Vorjahr: Getreideernte | rund 20 % geringer |
Für Landwirte im Bezirk bedeutet das konkret höhere Kosten für Futterzukauf, Unsicherheit bei Erträgen und einen größeren Bedarf an Lager- und Anpassungsstrategien. Wenn viele Regionen Europas gleichzeitig betroffen sind, reduziert das zusätzlich die Möglichkeiten, Engpässe durch Importe auszugleichen.
Welche Maßnahmen wurden gezeigt und gefordert?
Im Cambium-Programm wurden Projekte wie GEORGIA als Vorzeigebeispiele angeführt, die zeigen, wie Wassermanagement vor Ort umgesetzt werden kann. Dazu gehören Maßnahmen zur Rückhaltung von Wasser in der Landschaft, Renaturierung von Flächen und gezielter Humusaufbau im Boden. Politisch wurde vor allem verlangt, dass das Land klare gesetzliche Vorgaben schafft und Zuständigkeiten bündelt, damit Maßnahmen nicht verschleppt werden.
Für Gemeinden im Bezirk heißt das: lokale Initiativen zur Wasserspeicherung, Förderung humusbildender Bewirtschaftungsweisen und Kooperationen zwischen Gemeinde, Landwirten und Projektträgern können kurzfristig die Verwundbarkeit reduzieren. Mittel- bis langfristig sind jedoch landesweit abgestimmte Maßnahmen erforderlich, um Infrastruktur, Förderungen und gesetzliche Rahmenbedingungen anzupassen.
Die Veranstaltung in Fehring macht deutlich, dass Klimawandelanpassung für die Menschen und Betriebe in der Südoststeiermark längst Praxisfrage ist und nicht länger als Zukunftsthema behandelt werden darf.