Asbestfunde rücken städtische Straßenbaupraxis in den Fokus
Die Meldung, dass auf bis zu acht Straßen in Wien Asbest-haltiger Asphalt entdeckt wurde, hat in der Stadtspolitik innerhalb weniger Tage große Aufmerksamkeit erregt. Besonders deutlich wurde die Gefährdung in der Untersuchung der Rosenhügelstraße an der Grenze zwischen Hietzing und Liesing: Analysen von Greenpeace kommen hier zu dem Ergebnis, dass dort „nahezu reiner, hoch krebserregender Amphibolasbest“ nachgewiesen worden sei. Diese Befunde bringen nicht nur fachliche, sondern auch politische Fragen über Zuständigkeiten, Informationsfluss und Schutzmaßnahmen für Anrainerinnen und Anrainer mit sich.
Reaktionen aus Bezirken und Verwaltung
ÖVP-Vertreter in den betroffenen Bezirken fordern eine lückenlose Aufklärung und kritisieren lange Wartezeiten bei der Auswertung. So heißt es unter anderem, es dürfe „keinerlei Verzögerungen“ geben, wenn Gesundheit und Sicherheit von Kindern und Familien betroffen seien. Der Vorsitz der Liesinger Bezirkspartei bemängelt die Dauer der Testergebnisse für betroffene Haushalte. Die Stadtverwaltung hat bereits reagiert: Die Magistratsabteilung MA 28 kündigte an, bei jedem Straßenbauprojekt, bei dem ein Aufbruch erfolgt, künftig den bestehenden Straßenkörper im Rahmen der Ausschreibungsunterlagen auf Asbest zu prüfen.
„Die von Greenpeace vorgebrachten Hinweise auf mögliche Asbestbelastung auf Straßen werden von der Stadt Wien selbstverständlich ernst genommen und sorgfältig geprüft.“ — Wolfgang Ablinger, stellvertretender Leiter MA 28
Greenpeace lobte die Reaktion der Stadt, forderte aber gleichzeitig weitergehende und systematische Maßnahmen zur Erfassung und Beseitigung gesundheitsschädlicher Straßenstäube. Die Grünen verlangen einen klaren Plan zur systematischen Überwachung und Sanierung. Die FPÖ verlangt Offenlegung von Lieferketten und Materialherkünften sowie flächendeckende Untersuchungen aller Verdachtsflächen in Wien.
Was bedeutet das konkret für Anrainer und Verkehrsteilnehmer?
Für Bewohnerinnen und Bewohner in den betroffenen Bereichen heißt die aktuelle Lage zunächst erhöhte Unsicherheit: Es bestehen Fragen zu möglichen Gesundheitsrisiken durch aufgewirbelten Straßenstaub und zu künftigen Sanierungsmaßnahmen, die zu Verkehrsbehinderungen führen können. Die städtische Ankündigung zu verpflichtenden Prüfungen bei Straßenaufbrüchen zielt darauf ab, künftige Risiken früher zu erkennen. Konkrete Schutzmaßnahmen — wie Absperrungen, Staubbindemaßnahmen oder zeitlich befristete Verkehrsumleitungen — hängen vom Ergebnis weiterer Analysen ab.
- Bekannte Fakten: Analysen identifizieren Asbest auf bis zu acht Straßen, konkret genannt: Rosenhügelstraße.
- Stadtreaktion: Einführung einer Prüfung des Straßenkörpers bei allen Straßenaufbrüchen in Ausschreibungen der MA 28.
- Forderungen: Lückenlose Aufklärung, Offenlegung von Lieferketten, flächendeckende Tests und ein systematisches Monitoring.
| Aspekt | Bekannter Stand |
|---|---|
| Anzahl Fundstellen | 8 (laut Analysen) |
| Konkret genannte Straße | Rosenhügelstraße |
| Verwaltungsmaßnahme | Prüfung des Straßenkörpers bei Straßenaufbrüchen (MA 28) |
Welche weiteren Schritte nun folgen, hängt von den noch ausstehenden Laborergebnissen und von Entscheidungen der Stadtverwaltung ab. Für Betroffene ist es jetzt wichtig, offizielle Informationen der Bezirksvorstehungen und der MA 28 zu beachten und bei gesundheitlichen Fragen ärztlichen Rat einzuholen. Sollte es zu Sanierungsarbeiten kommen, sind verkehrsorganisatorische Maßnahmen und Informationen für Anrainer zu erwarten.
Die Debatte zeigt, wie schnell Umweltprobleme lokale Politik und Verwaltung fordern können: Neben der technischen Klärung bleibt die Frage, wie die Stadt künftige Risiken systematisch erkennt, transparent kommuniziert und für schnelle Schutzmaßnahmen sorgt.