Risikoanalyse vor dem Kirchtags-Umzug
Beim bevorstehenden Villacher Kirchtag Anfang August, dessen Umzug zehntausende Besucher anzieht, ist eine Debatte über die Teilnahme von Pferden entbrannt. Im neuen Sicherheitskonzept der Veranstaltung wird auf ein potenzielles Gefährdungspotenzial hingewiesen, weshalb Behörden, Blaulichtorganisationen und Sicherheitsexperten das Thema gemeinsam bewertet haben.
Im Mittelpunkt steht das Gewicht von Pferden: Ein durchschnittliches Tier bringt laut Einschätzung im Sicherheitskonzept 500 bis 600 Kilogramm auf die Waage. Die Sorge der Experten ist, dass bei dichtem Gedränge ein durchgehendes Pferd zu Verletzungen führen könne.
Veranstalter holen fachliche Expertise ein
Die Kommission betonte, dass sie das Risiko erkannt, aber nicht selbst mit konkreten Maßnahmen belegen könne, da die spezifische Expertise zu Pferden fehle. In Folge dessen haben die Organisatoren inzwischen einen unabhängigen Pferdegutachter beauftragt, um die Situation fachlich zu bewerten und Handlungsempfehlungen zu geben.
„Wir haben nur gesagt, das ist ein Risiko, das wir nicht mit Maßnahmen belegen können, weil wir da jetzt nicht Experten sind, was Pferde betrifft, und haben einfach nur die Empfehlung abgegeben. Wenn die Experten sagen, unter diesen Voraussetzungen geht es, sind wir die Letzten, die das eigentlich verhindern wollen.“
Dieses Zitat stammt aus der Stellungnahme von Herbert Wagner, der für das Sicherheitskonzept des Kirchtags verantwortlich zeichnet.
Erfahrungen der Bauerngman und politische Entscheidung
Die Villacher Bauerngman, die die Pferde traditionell im Umzug führt, zeigt sich teilweise unverständlich gegenüber der Vorsicht. Kurt Maschke verweist auf die langjährige Präsenz der Pferde bei regionalen Festen und betont, dass die Tiere über Erfahrung verfügten. Er differenziert jedoch: Ein zusätzlicher, unerfahrener Zuchtpartner wäre eine andere Situation.
Die Stadtvertretung hat sich mit dem Thema beschäftigt: Der Stadtsenat hat eine Finanzierung für das neue Sicherheitskonzept einstimmig beschlossen. Kirchtagsobfrau Gerda Sandrieser bestätigte gegenüber dem ORF Kärnten, dass die Kosten für den Pferdegutachter nicht von der Bauerngman zu tragen seien.
Was das für Besucher und Beteiligte bedeutet
Für die Bevölkerung und Besucher des Kirchtags heißt das: Der Umzug ist derzeit nicht abgesagt, aber die finale Entscheidung über das Mitführen von Pferden könnte von der Bewertung durch den Gutachter abhängen. Für Anwohner, Schausteller und Festgäste hat die Diskussion praktische Relevanz bei Fragen der Laufwege, Absperrungen und der Anweisungen durch Ordner und Einsatzkräfte.
- Akut: Kein generelles Verbot der Pferde bisher.
- Geplante Schritte: Einholen eines Pferdegutachtens, Auswertung durch Sicherheitskommission.
- Finanzierung: Stadtsenat hat Kosten für das Sicherheitskonzept einstimmig beschlossen.
Kurzüberblick: Beteiligte und Fakten
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Gewicht Pferd | 500–600 kg |
| Verantwortlich für Konzept | Herbert Wagner (Sicherheitskonzept) |
| Traditionäre Teilnehmer | Villacher Bauerngman |
| Finanzierung | Beschluss im Stadtsenat (zur Deckung des Sicherheitskonzepts) |
Die weitere Prüfung durch den Pferdegutachter wird zeigen, ob und unter welchen Auflagen Pferde beim Umzug mitgeführt werden können. Bis zu diesem Ergebnis bleiben Veranstalter, Einsatzkräfte und die Bauerngman im Austausch, um Tradition und Sicherheit möglichst ausgewogen zu verbinden.