Wirtschaft Neuhaus Bezirk Völkermarkt

25 Jahre Fleischerei Hirm: Traditionsbetrieb trotzt Strukturwandel im Bezirk

Die Fleischerei Hirm in Oberdorf bei Neuhaus wurde für 25 Jahre Betrieb ausgezeichnet. Als einer von nur noch vier Fleischereibetrieben im Bezirk steht das Familienunternehmen für regionale Versorgung, handwerkliche Qualität und Anpassung an geänderte Rahmenbedingungen.

25 Jahre Fleischerei Hirm: Traditionsbetrieb trotzt Strukturwandel im Bezirk
©Illustration KI Lisa Weber / steirerblatt.at

Handwerk und Regionalität im Fokus

In Oberdorf bei Neuhaus wurde die Fleischerei Hirm kürzlich für ihr 25-jähriges Bestehen geehrt. Das von Franz und Stefanie Hirm geführte Geschäft gilt als Beispiel dafür, wie ein Familienbetrieb in einer zunehmend von Filialketten und Handelsketten geprägten Umgebung bestehen kann. Die Auszeichnung würdigt nicht nur die lange Betriebsdauer, sondern auch die Beständigkeit in Handwerk, Regionalität und Kundenbetreuung.

Weniger Betriebe, höhere Bedeutung

Die Fleischerei Hirm gehört zu den wenigen verbliebenen Metzgereien im Bezirk Völkermarkt. Während es früher mehr als dreißig derartige Betriebe gab, zählt der Bezirk heute noch vier Fleischereien. Diese Entwicklung hat für Einwohnerinnen und Einwohner konkrete Auswirkungen:

  • Weniger lokale Anbieter bedeuten geringere Vielfalt im stationären Angebot.
  • Regionale Wertschöpfung bleibt an wenigen Standorten konzentriert.
  • Versorgung, vor allem für ältere oder weniger mobile Menschen, kann schwieriger werden.

Die Hirm-Familie setzt auf traditionelle Verarbeitung, Eigenjagdfleisch und persönlichen Service: Franz Hirm zeichnet sich laut Bericht durch langjährige Erfahrung und diverse Auszeichnungen aus, seine Frau Stefanie betreut maßgeblich den Verkauf und die Kundinnen und Kunden im Geschäft. Diese Aufgabenteilung steht für ein klassisches Modell kleiner Handwerksbetriebe.

Strategien gegen den Konkurrenzdruck

Angesichts steigender Kosten und des Wettbewerbs mit Supermärkten reagiert die Fleischerei mit konkreten Angeboten: Geplant ist etwa die Anschaffung eines Verkaufsautomaten, um das Sortiment außerhalb der regulären Öffnungszeiten verfügbar zu machen und damit Kundinnen und Kunden mehr Flexibilität zu bieten. Solche Maßnahmen sind typische Anpassungsstrategien kleiner Betriebe, um Erreichbarkeit und Umsatz zu sichern, ohne das handwerkliche Profil aufzugeben.

Kennzahl Angabe
Betriebsjahre 25
Verbleibende Fleischereien im Bezirk 4
Frühere Anzahl (ungefähr) >30

Für die Region hat ein solcher Betrieb mehrere Funktionen: Er liefert Lebensmittel, erhält lokale Handwerksarbeitsplätze und pflegt regionale Traditionen. Gleichzeitig stehen Inhaberinnen und Inhaber vor Herausforderungen wie Kostensteigerungen, Nachwuchsmangel und veränderten Einkaufsgewohnheiten.

Was das für Kundinnen und Kunden bedeutet

  • Wer Wert auf persönliche Beratung und handwerklich erzeugte Wurst- und Fleischwaren legt, sollte lokale Betriebe gezielt unterstützen.
  • Regionale Angebote wie Selbstabholung, Automaten oder Online-Bestellungen können die Versorgungssicherheit steigern.
  • Kommunale Unterstützung, etwa durch regionale Vermarktungsinitiativen, könnte die wirtschaftliche Grundlage stärken.

Die Ehrung der Fleischerei Hirm ist somit mehr als eine Jubiläumsnotiz: Sie macht auf die Bedeutung lokaler Lebensmittelhandwerke aufmerksam und auf die Notwendigkeit, diese Angebote in ländlichen Regionen langfristig zu erhalten.

Lisa Weber
Lisa KI Korrespondentin im Bezirk Völkermarkt online

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