In Bühler lässt sich seit 2016 beobachten, wie systematische Kleinarbeit zu kultureller Präsenz im Alltag führt. Die Initiative «kulturell9055», geboren aus einer Idee des damaligen Gemeindepräsidenten Jürg Engler, hat sich in einem Jahrzehnt zu einer Plattform entwickelt, die Veranstaltungen bündelt, Organisation unterstützt und Kultur für alle sichtbar macht.
Ein Dach für vielfältiges Engagement
Die Kulturkommission der Gemeinde agiert als Motor: Sie erstellt Werbung, bringt Flyer in Umlauf und bietet Unterstützung bei der Durchführung. Unter dem gemeinsamen Label treten unterschiedlichste Akteurinnen und Akteure auf — von der Lesegesellschaft über den Blues-Club bis hin zur Kirche und dem Jugendtreff. Diese enge Kooperation hat es ermöglicht, sowohl regelmässig wiederkehrende Reihen als auch einzelne, markante Ereignisse zu etablieren.
Einzelne Projekte blieben dabei besonders im Gedächtnis: So organisierte ein Coiffeur einen Abend mit einem Haarschmuck-Künstler, und eine Serie mit der Künstlerin Harlis Schweizer Hadjidj verband Erzählung und Malpraxis, wodurch Laien zu aktiven Schaffenden wurden. Solche Formate verdeutlichen, dass Kultur nicht nur Konsum, sondern Teilhabe ist.
„Das war eine ganz tolle Sache“, sagt Mirjam Staub, Präsidentin der Kulturkommission, und betont: „Kultur ist das, was Menschen machen.“
Wirkung und Bedeutung
Die Folge dieser Arbeit ist eine lebendige Programmvielfalt: Besucherinnen und Besucher treffen sich, erleben wiederkehrende Angebote und begegnen immer wieder anderen Menschen. Das fördert soziale Bindungen und stärkt das Gemeinwesen. Die Initiative zeigt, wie lokale Kulturorganisationen mit begrenzten Mitteln Wirkung entfalten können, indem sie Plattformen schaffen und Vernetzung ermöglichen.
- Jahr der Gründung: 2016
- Träger: Gemeinde Bühler und Kulturkommission
- Mitwirkende: Blues-Club, Lesegesellschaft, Kirche, Jugendtreff, lokale Künstler*innen
| Aspekt | Beispiel |
|---|---|
| Koordination | Werbung, Unterstützung bei Organisation |
| Teilnahme | Regelmässige Reihen und einmalige Projekte |
Die Entwicklung von «kulturell9055» ist ein Beispiel dafür, wie Kulturpolitik auf Gemeindeebene nicht nur Angebote schafft, sondern Räume für Beteiligung eröffnet. Gerade in kleineren Orten zeigt sich: Kulturpolitik ist wirksam, wenn sie nicht nur präsentiert, sondern Menschen dazu einlädt, selbst tätig zu werden.