Ab 1. Oktober tritt in Österreich eine neue Abgabe auf Paketsendungen in Kraft, die zahlreiche Online-Bestellungen verteuern wird. Versandhändler, die in Österreich einen Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen Euro erzielen, sind verpflichtet, pro Paket oder pro Bestellung eine Gebühr von 2 Euro zu entrichten. Mit Umsatzsteuer beträgt der höhere Endbetrag für Konsumentinnen und Konsumenten 2,40 Euro je Paket oder Lieferung.
Wer ist betroffen und welche Folgen sind zu erwarten?
Von der Regelung sind laut Handelsverbands-Angaben insgesamt 16 große Online-Händler und Marktplätze betroffen. Zu den genannten Unternehmen zählen unter anderem Amazon, eBay, Ikea, MediaMarkt, Shop-Apotheke, Temu, XXXLutz und Zalando. Zusätzlich trifft die Abgabe nach Verbandsangaben rund 4.000 österreichische Verkäufer, die über große Marktplätze an Endkunden liefern.
Unternehmen können wählen, ob sie die Steuer je Paket oder je Bestellung abrechnen. Entscheidet ein Händler sich für die Berechnung pro Bestellung, würde beispielsweise eine Bestellung mit drei Paketen nur einmal mit der Abgabe belastet. Wichtig für Retouren: Selbst bei Rücksendungen nach erfolgreicher Zustellung bleibt die Steuerpflicht bestehen.
Finanzielle Wirkung und Reaktionen
Das Finanzministerium kalkuliert mit einem jährlichen Einnahmenaufkommen von rund 280 Millionen Euro, das teilweise zur Gegenfinanzierung einer geplanten Mehrwertsteuersenkung für ausgewählte Grundnahrungsmittel ab 1. Juli dienen soll. Händler warnen hingegen vor Umsatzrückgängen, da die Mehrausgaben aller Wahrscheinlichkeit nach an Endkunden weitergegeben werden.
- Betroffene Unternehmen: 16 große Händler sowie rund 4.000 österreichische Anbieter über Marktplätze
- Abgabe: 2,00 Euro pro Paket/Bestellung (brutto 2,40 Euro)
- Erwartete Einnahmen: 280 Mio. Euro pro Jahr
Rechtliche Auseinandersetzungen und Branchenprognose
Die Handelsbranche lehnt die Paketabgabe strikt ab; mehrere Händler kündigten an, die Regelung gerichtlich prüfen zu lassen. Für Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet die Abgabe eine spürbare Zusatzkostenquelle bei häufigen Onlinekäufen — insbesondere bei kleineren Bestellungen mit geringem Warenwert schlägt der Aufpreis relativ hoch zu Buche. Für österreichische Händler, die über große internationale Plattformen verkaufen, entsteht zusätzlicher administrativer Aufwand, weil sie prüfen müssen, ob und wie die Abgabe auf einzelne Sendungen anzuwenden ist.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Schwellenumsatz | 100 Mio. Euro |
| Abgabe (netto) | 2,00 Euro |
| Abgabe (brutto) | 2,40 Euro |
| Erwartete Staatseinnahmen | 280 Mio. Euro pro Jahr |
Insgesamt bedeuten die neuen Regeln eine Neuordnung der Kostenstrukturen im Onlinehandel: Die Abgabe wird nicht nur die Preisgestaltung beeinflussen, sondern auch Logistikentscheidungen, Retourenmanagement und die Wettbewerbsposition kleinerer Händler gegenüber großen Plattformanbietern. Welche Effekte tatsächlich eintreten — ob Konsumentinnen und Konsumenten ihr Einkaufsverhalten ändern oder ob Händler die Mehrkosten anders absorbieren — wird die kommende Monate zeigen.