Die Allgemeinmedizinerin und Akupunkteurin Elfriede Bergbauer hat ihre Ordination in Mistelbach dauerhaft geschlossen. Als zentrale Motive nennt die Ärztin nicht die Zahl der Patientinnen und Patienten, sondern vor allem die zunehmende Digitalisierung im Gesundheitswesen, zusätzliche laufende Kosten und das Fehlen einer geeigneten Nachfolge.
Warum die Ordination endet
Bergbauer erklärt, die Entscheidung zur Pensionierung sei nicht allein altersbedingt gefallen. Ihre Praxis sei bis zuletzt größtenteils analog geführt worden; Computer spielten im Arbeitsalltag kaum eine Rolle. Die Umstellung auf digitale Abläufe würde sowohl einmalige Investitionen als auch höhere laufende Kosten nach sich ziehen. Zudem habe ihr der Umgang mit elektronischen Geräten nie gelegen. Als Illustration nennt sie einen praktischen Vorfall: Ihr Drucker versagte wenige Tage vor der geplanten Pensionierung.
„Ich müsste die Ordination gar nicht schließen, wenn ich digitalisieren würde.“
Folgen für Patientinnen und Patienten
Für viele Betroffene, insbesondere jene, die regelmäßig akupunkturelle Behandlungen erhalten haben, bedeutet die Schließung einen konkreten Verlust etablierter Versorgungsangebote. Kurzfristig stehen Patientinnen und Patienten vor der Aufgabe, alternative Betreuung zu finden — sei es durch andere niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, fachärztliche Angebote oder durch die medizinische Versorgung in Krankenhäusern.
- Versorgungsengpässe: Wegfall einer vertrauten Anlaufstelle für Allgemeinmedizin und Akupunktur.
- Organisatorische Umstellungen: Übertrag von Befunden, Rezeptanforderungen und Terminplanung an neue Praxen.
- Besondere Betroffenheit: Patientinnen und Patienten mit chronischen Beschwerden oder regelmäßigem Akupunkturbedarf.
Kontext und praktische Hinweise
Der Fall verdeutlicht zwei übergeordnete Punkte: Erstens stellt die Digitalisierung des Gesundheitswesens für einige niedergelassene Ärztinnen und Ärzte eine operative und finanzielle Herausforderung dar. Zweitens zeigt er, wie problematisch fehlende Nachfolgeregelungen für die ambulante Versorgung in ländlichen und regionalen Zentren sein können.
Für Betroffene empfehlen sich folgende Schritte:
- Kontakt zu anderen Hausärztinnen und Hausärzten im Bezirk aufnehmen, um Versorgungslücken zu schließen.
- Rezept- und Überweisungsbedarf frühzeitig klären und notwendige Unterlagen anfordern.
- Bei Unsicherheiten die regionale Patientenberatung oder die zuständige Gebietskrankenkasse kontaktieren, um Hilfestellung bei der Versorgungsumstellung zu erhalten.
| Ursachen | Unmittelbare Folgen |
|---|---|
| Digitalisierungsdruck | Investitions- und laufende Kosten, Betriebsaufwand |
| Keine Nachfolgelösung | Praxisaufgabe, mögliche lokale Versorgungslücke |
| Praxisfokus Akupunktur | Verlust spezieller Behandlungsangebote für Patienten |
Für die Bevölkerung im Bezirk Mistelbach empfiehlt es sich, nicht nur kurzfristig nach alternativen Ärzten zu suchen, sondern auch die längerfristige Sicherstellung der medizinischen Grundversorgung auf Gemeinde- und Bezirksniveau im Blick zu behalten. Die Schließung dieser Ordination ist ein Beispiel dafür, wie strukturelle Veränderungen im Gesundheitswesen lokal spürbar werden können.
Theresa Riegler
Korrespondentin Bezirk Mistelbach