In Wien wird das Modell offizieller Drogenkonsumräume, wie es in Teilen Deutschlands und der Schweiz bereits existiert, derzeit abgelehnt. Die Stadtverwaltung betont das Fehlen einer bundesgesetzlichen Grundlage und favorisiert stattdessen den Ausbau bestehender und neuer Behandlungsangebote.
Hintergrund und Zahlen
Laut Angaben des Public-Health-Instituts Gesundheit Österreich (GÖG) sind im Jahr 2025 in Wien 84 Menschen an den Folgen von Drogen gestorben. Viele dieser Todesfälle stehen im Zusammenhang mit Überdosierungen. Vor diesem Hintergrund wird in mehreren europäischen Städten das Konzept kontrollierter Konsumräume diskutiert, um akute Notfälle zu verhindern und den Zugang zu Hilfsangeboten zu erleichtern.
| Jahr | Ort | Erfasste Drogentodesfälle |
|---|---|---|
| 2025 | Wien | 84 |
Warum Wien das Modell ablehnt
Die Stadt Wien verweist darauf, dass es aktuell keine gesetzliche Grundlage auf Bundesebene gebe, die den Betrieb solcher Räume in Österreich erlauben würde. Statt auf kontrollierte Konsumräume zu setzen, kündigt die Stadt an, vorhandene Angebote zu stärken und neue Behandlungs- und Präventionsmaßnahmen zu entwickeln. Damit folgt Wien einem Ansatz, der weniger auf einen Ort des kontrollierten Konsums als auf Versorgung, Beratung und Therapieausbau setzt.
Beispiele aus Nachbarländern
Als Orientierung werden in der Debatte Einrichtungen in Deutschland und der Schweiz genannt. So existieren dort bereits Modelle, in denen Konsum unter Aufsicht stattfindet und zugleich Beratung, Soforthilfe bei Überdosierungen und die Ausgabe steriler Utensilien angeboten werden. Ziel dieser Räume ist es, gesundheitliche Risiken zu senken, Drogennotfälle zu verhindern und den Zugang zu Ausstiegs- und Behandlungsangeboten zu erleichtern.
- Prävention: Wien setzt weiter auf Ausbau von Therapie- und Beratungsangeboten.
- Rechtliche Lage: Fehlen einer bundesgesetzlichen Grundlage verhindert offizielle Räume.
- Öffentliche Gesundheit: 84 Drogentodesfälle in Wien 2025 unterstreichen Handlungsbedarf.
"Derzeit gibt es weder in Wien noch in einem anderen österreichischen Bundesland einen offiziell genehmigten Drogenkonsumraum, in dem mitgebrachte illegale Substanzen unter professioneller"
Dieses Statement reflektiert die klare juristische und politische Situation: Ohne nationale Regelung sind formal genehmigte Konsumräume in Österreich bislang nicht vorgesehen. Für Wien bedeutet das einen Fokus auf Behandlungsnetzwerke, Prävention und niedrigschwellige Hilfsangebote.
Was das für Betroffene und Anrainer bedeutet
Für Menschen mit Suchterkrankungen heißt das, dass die Stadt Wien nicht auf räumliche Angebote zum kontrollierten Konsum setzt, die unmittelbare Notfallhilfe vor Ort bieten. Stattdessen sollen Beratungs- und Therapieangebote weiter gestärkt werden, um langfristig Gesundheit und Reintegration zu fördern. Für Nachbarschaften bedeutet die Entscheidung, dass keine offiziell betreuten Konsumräume entstehen, was einerseits die lokale Debatte über Sicherheit und Sauberkeit beeinflusst, andererseits aber auch weitergehende Anforderungen an ambulante und mobile Hilfsangebote stellt.
Die Diskussion um Drogenpolitik bleibt damit offen: Während internationale Vorbilder die Reduktion von Überdosierungen in den Mittelpunkt stellen, setzt Wien aktuell auf eine rechtlich abgesicherte, auf Behandlung ausgerichtete Strategie.