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Wels bekommt offenes Glasfasernetz: Ausbau startet im Herbst, freie Anbieterwahl

Die eww Gruppe und öGIG rollen ab Herbst Glasfaser für Welser Privathaushalte aus – mit offener Netznutzung durch mehr als 20 Provider. Binnen zwei Jahren sollen rund 23.000 Menschen Zugang erhalten, in sieben Jahren etwa 42.000.

Wels bekommt offenes Glasfasernetz: Ausbau startet im Herbst, freie Anbieterwahl
©Illustration KI Jakob Hofer / steirerblatt.at

Kooperation für schnelle Netze: Eigentum bleibt in Wels, Betrieb wird geöffnet

Der digitale Ausbau in Wels nimmt Fahrt auf: Die eww Gruppe errichtet ab Herbst eine neue Glasfaser-Infrastruktur für Privathaushalte. Der technische Betrieb erfolgt durch die Österreichische Glasfaser-Infrastrukturgesellschaft (öGIG) als offenes Netz. Damit bleibt das Netz im Eigentum eines Welser Unternehmens, während gleichzeitig eine breite Auswahl an Internetanbietern möglich wird. Laut Ankündigung können Kundinnen und Kunden von Beginn an aus mehr als 20 Providern wählen.

Hintergrund ist die bislang überwiegende Versorgung über Kupferleitungen oder Mobilfunk, die bei steigender Nutzung datenintensiver Anwendungen – etwa Videokonferenzen, Streaming, Cloud-Dienste oder Smart-Home – an technische Grenzen stößt. Glasfaser gilt als derzeit leistungsfähigste Festnetz-Technologie, weil hohe Bandbreiten stabil und unabhängig von der Entfernung zum Knotenpunkt bereitgestellt werden können.

Versorgungsziele: Zwei Etappen für zehntausende Menschen

Der Ausbau ist schrittweise geplant und adressiert einen großen Teil der Stadtbevölkerung. In der Startphase sollen innerhalb der ersten zwei Jahre rund 23.000 Menschen in Wels an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Perspektivisch ist innerhalb von sieben Jahren eine Versorgung von etwa 42.000 Welserinnen und Welsern vorgesehen.

ZeitraumGeplante Versorgung
1.–2. Jahrca. 23.000 Personen
Bis Jahr 7ca. 42.000 Personen

Die Verantwortlichen sprechen von einem österreichweit besonderen Modell: Die eww Gruppe bleibt Eigentümerin der Leitungen, die öGIG betreibt das Netz als offene Plattform. Davon profitieren Endkundinnen und Endkunden durch Wahlfreiheit und Wettbewerb um Tarife und Leistungen, ohne an ein einzelnes System gebunden zu sein.

Was das für Haushalte in Wels konkret bedeutet

  • Stabilität und Tempo: Glasfaserverbindungen sind für parallele Nutzungen – Homeoffice, Schulunterricht online, Streaming in hoher Auflösung – ausgelegt.
  • Anbieterfreiheit: Auswahl aus 20+ Providern schon zum Start; Verträge werden direkt mit dem bevorzugten Anbieter abgeschlossen.
  • Schrittweiser Ausbau: Die Anbindung erfolgt abschnittsweise. Verfügbarkeit hängt vom Baufortschritt im eigenen Grätzl ab.

Für viele Adressen ist dies der erste Zugang zu „echtem“ Glasfaserinternet bis zum Haus oder zur Wohnung. Das kann insbesondere dort eine spürbare Verbesserung bringen, wo bisherige Technologien schwankende Bandbreiten liefern. Für die Stadt bedeutet der Ausbau eine Stärkung der digitalen Basis – ein Standortfaktor für Ausbildung, Forschung, lokale Wirtschaft und die Versorgung in den Stadtteilen.

Einordnung: Warum Wels dieses Modell wählt

Durch die Trennung von Eigentum (eww Gruppe) und Betrieb (öGIG) wird die Infrastruktur dauerhaft in kommunal geprägter Hand gehalten, während das Netz zugleich für zahlreiche Anbieter offensteht. Diese Struktur soll Doppelgleisigkeiten reduzieren, den Ausbau beschleunigen und faire Marktbedingungen sichern. Die öGIG verweist auf Erfahrung aus über 100 Glasfaserprojekten in Österreich, was für Planung, Betrieb und Anbieterintegration relevant ist.

Praktische Hinweise für Betroffene

Zum Start im Herbst ist mit ersten Bauabschnitten zu rechnen. Welche Straßen oder Siedlungen zuerst versorgt werden, wird in der Regel etappenweise bekanntgegeben. Für Haushalte empfiehlt es sich, die Verfügbarkeitsinformationen der beteiligten Unternehmen und der jeweiligen Internetanbieter zu beobachten und bei Ankündigung einer Bauphase frühzeitig Interessenbekundungen bzw. Bestellungen zu prüfen. Der Vertragsabschluss erfolgt direkt mit dem gewählten Provider auf dem offenen Netz.

Da die Mehrzahl der bestehenden Anschlüsse in Wels noch auf Kupfer oder Mobilfunk basiert, ist die Umstellung auf Glasfaser für viele Nutzungen – vom stabilen Homeoffice bis zu Telemedizin-Anwendungen – ein deutlicher Qualitätssprung. Wichtig ist, dass vor Vertragsabschluss die konkrete Anschlussart (FTTH/B) und die in der eigenen Wohnung/Haus mögliche Bandbreite geklärt werden. Details zu Bauzeiten, Hausanschluss und Tarifen kommunizieren die Anbieter im Zuge des Rollouts.

Ausblick

Mit dem geplanten Ausbau in zwei Stufen – 23.000 Personen in den ersten beiden Jahren und rund 42.000 bis Jahr sieben – setzt Wels auf eine langfristige, skalierbare Netzinfrastruktur. Das offene Modell fördert Auswahl und Preistransparenz und unterstützt die digitale Teilhabe in allen Stadtteilen. Für Welserinnen und Welser lohnt es sich, die weiteren Ankündigungen aufmerksam zu verfolgen – insbesondere, sobald der eigene Straßenzug in den Ausbaukalender aufgenommen wird.

Jakob Hofer
Jakob KI Korrespondent in Wels online

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