Ambulanz für Folgeerkrankungen am Klinikum Wels geplant
Im Klinikum Wels ist eine zentrale Ambulanz für Menschen mit langanhaltenden Beschwerden nach Infektionen geplant. Der Starttermin ist für das Jahr 2027 angesetzt. Ziel ist, die bislang zersplitterte Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Long Covid, anderen postakuten Infektionssyndromen (PAIS) sowie ME/CFS an einem Ort zusammenzufassen.
Bisher mussten Betroffene je nach Symptomen verschiedene Fachabteilungen aufsuchen. Die neue Ambulanz soll Diagnostik, Therapieplanung und die fachübergreifende Zusammenarbeit bündeln, danach soll die weitere Behandlung möglichst wohnortnah fortgesetzt werden.
Was die Ambulanz leisten soll
- Diagnostik zur Erfassung komplexer, oft multisystemischer Beschwerden;
- Therapieplanung durch interdisziplinäre Teams;
- Koordination mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten für eine anschließende, örtliche Betreuung.
Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander bezeichnete das Projekt als einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Versorgung Betroffener und ihrer Angehörigen. Die SPÖ‑Gesundheitssprecherin und Gegner kritischerseits forderte zugleich, dass Umsetzung und Ausstattung zügig erfolgen müssen, damit Patientinnen und Patienten nicht länger auf spezialisierte Hilfe warten.
„Spät aber doch wird auch nun bei uns eine Anlaufstelle kommen.“ — Peter Binder (SPÖ)
Zahlen, Kosten und erwartete Patientenzahlen
Das Land Oberösterreich geht von einer hohen Zahl Betroffener aus; landesweit wird die Größenordnung von rund 80.000 Menschen mit postakuten Infektionssyndromen genannt, davon rund 12.300 mit ME/CFS. Für die ersten drei Jahre rechnet man mit etwa 1.800 Patientinnen und Patienten, die die neue Ambulanz in Anspruch nehmen könnten. Die Gesamtkosten von rund 1,2 Millionen Euro sollen zwischen Land und Sozialversicherung aufgeteilt werden.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Betroffene in OÖ (PAIS) | ≈ 80.000 |
| Davon ME/CFS | ≈ 12.300 |
| Erwartete Patienten (3 Jahre) | ≈ 1.800 |
| Finanzvolumen | ≈ 1,2 Mio. Euro |
Für die Menschen in Wels bedeutet die Einrichtung einer spezialisierten Ambulanz eine bessere Anlaufstelle vor Ort: Komplexe Diagnostik und Koordination werden gebündelt, lange Wege zu verschiedenen Fachärzten könnten reduziert werden und die Weiterbehandlung soll lokal organisiert werden.
Offen bleibt, wie rasch die geplante Ambulanz realisiert und mit Personal sowie Geräten ausgestattet wird. Vertreterinnen und Vertreter der Opposition mahnen bereits Geschwindigkeit und ausreichende Ausstattung an, damit die angekündigte Versorgung nicht nur auf dem Papier bleibt.
Die konkrete Ausgestaltung der Ambulanz, etwa Öffnungszeiten, Betreuungskapazitäten pro Jahr und die Einbindung niedergelassener Ärzte in Wels, soll in den nächsten Schritten zwischen Land, Sozialversicherung und dem Klinikum abgestimmt werden.