In der Wiener Magistratsabteilung MA 59 (Marktamt) stehen schwere Vorwürfe gegen den Amtsleiter Andreas Kutheil im Raum. Laut einem Bericht der Wochenzeitung Falter werfen Beschäftigte ihrem Vorgesetzten unter anderem Mobbing, Sexismus und rassistisches Verhalten vor. Die Angelegenheit wird inzwischen intern geprüft; es liegen mehrere Meldungen an den Unabhängigen Bedienstetenschutz (UBSB) und eine Beschwerde von rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor.
Schilderungen aus der Belegschaft
Der Bericht nennt dokumentierte Einzelvorfälle, die Beschäftigte in Gedächtnisprotokollen und Meldungen festgehalten haben. Ein Vorfall bei einer Weihnachtsfeier 2023 wird angeführt, bei dem der Amtsleiter längere Zeit darüber gesprochen haben soll, dass ein bestimmtes Schimpfwort nicht mehr verwendet werden dürfe, obwohl sich eine schwarze Mitarbeiterin in unmittelbarer Nähe befunden habe. Vier Beschäftigte hätten den Vorfall protokolliert und an den UBSB gemeldet.
„Ein Kontakt mit der Dienststelle würde zu einer erheblichen Verschlechterung seines Gesundheitszustandes führen.“
Weiter wird ein Fall erwähnt, bei dem ein Mitarbeiter nach einer verbalen Auseinandersetzung in Tränen ausgebrochen sei und sich laut Bericht wegen Depressionen im Krankenstand befinde. Aus einem ärztlichen Attest eines Psychologen wird zitiert, dass ein Kontakt mit der Dienststelle eine erhebliche Gesundheitsverschlechterung bedeuten könne. Ebenso werden Äußerungen dokumentiert, wonach eine Frau, die sexuelle Belästigung angezeigt habe, vom Amtsleiter als „schiach“ bezeichnet worden sein soll.
Institutionelle Reaktionen und Bedeutung für Wien
Die Interne Revision der Stadt Wien sowie der Unabhängige Bedienstetenschutz sind mit der Angelegenheit befasst. Offizielle Stellungnahmen der Stadtverwaltung zu einzelnen Vorwürfen sind bislang zurückhaltend. Kutheil leitet die MA 59 seit 2018 und ist für rund 220 Beschäftigte verantwortlich; mögliche Folgen für die Abteilung wären daher weitreichend, sowohl für das Arbeitsklima als auch für die Kontinuität der Dienstleistungen, die das Marktamt für die Stadt erbringt.
- Vorwürfe: Mobbing, Sexismus, rassistisches Verhalten
- Betroffene: Meldungen von rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern; mehrere dokumentierte Vorfälle
- Institutionen: UBSB und Interne Revision der Stadt Wien prüfen die Vorwürfe
Konsequenzen und was Betroffene wissen sollten
Für Beschäftigte öffentlicher Stellen in Wien bestehen konkrete Anlaufstellen: Der Unabhängige Bedienstetenschutz (UBSB) nimmt Beschwerden entgegen; darüber hinaus kann die Interne Revision relevante Fälle prüfen. Betroffene, die Diskriminierung, Belästigung oder Mobbing erleben, sollten vorhandene interne Meldemöglichkeiten und arbeitsrechtliche Beratung nutzen. Medizinische Atteste, Gedächtnisprotokolle und Zeugenaussagen können für Prüfungen und mögliche Personalverfahren entscheidend sein.
Unabhängig vom Ausgang der Prüfungen ist klar: Wenn Führungskräfte in öffentlichen Diensten Gegenstand von schwerwiegenden Vorwürfen werden, hat das unmittelbare Auswirkungen auf Arbeitsfähigkeit, Mitarbeitergesundheit und das Vertrauen in Verwaltungshandeln. Die laufenden Untersuchungen werden zeigen, ob dienst- oder arbeitsrechtliche Schritte folgen und welche Maßnahmen die Stadt zur Wiederherstellung eines belastbaren Arbeitsklimas in der MA 59 setzt.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Amtsleiter | Andreas Kutheil |
| Magistratsabteilung | MA 59 (Marktamt) |
| Beschäftigtenzahl MA 59 | rund 220 |
| Meldende Beschäftigte | rund 20 |
| Berichtquelle | Falter (Wochenzeitung) |