Projekt in Venetien setzt auf Dialog statt Frontalunterricht
In einer Initiative zur Stärkung von digitaler und finanzieller Bildung haben die Volksbank und der gemeinnützige Verein Movimento Etico Digitale eine Veranstaltungsreihe an Oberschulen in der italienischen Region Venetien gefördert. Die Aktionen fanden schwerpunktmäßig in den Provinzen Verona, Treviso und Vicenza statt und richteten sich an Jugendliche sowie deren Eltern.
Reichweite und Themen
Insgesamt erreichte das Projekt:
- 11 Schulen
- 57 Klassen
- 1.200 Schülerinnen und Schüler
- 4 Treffen für Eltern mit insgesamt 170 Teilnehmenden
Im Zentrum der Veranstaltungen standen Fragen des Online-Zeitmanagements, des digitalen Wohlbefindens innerhalb der Familie sowie die Auseinandersetzung mit Online-Betrug und grundlegenden Finanzthemen. Statt klassischer Vorträge setzten die Verantwortlichen auf Austauschformate, um kritisches Denken und Eigenverantwortung zu fördern.
Warum das relevant ist
Der Bedarf an solchen Programmen ergibt sich auch aus Forschungsergebnissen des Vereins: Dem Bericht zufolge fühlen sich 77,5 Prozent der 11- bis 18-Jährigen abhängig von digitalen Geräten. Vor diesem Hintergrund wurde bereits 2018 das Projekt „Social Warning“ gestartet, das junge Menschen in digitalen, finanziellen und persönlichen Kompetenzen schulen soll.
„Digitale und finanzielle Bildung zählen heute zu den wichtigsten Zukunftskompetenzen. Mit dieser Initiative möchten wir junge Menschen dabei unterstützen, Informationen kritisch zu hinterfragen, Risiken im Netz zu erkennen und fundierte Entscheidungen zu treffen.“
Dieses Zitat stammt von Mariano Paris, Leiter Corporate Communication/Marketing der Volksbank. Es unterstreicht die Zielsetzung, junge Menschen nicht nur zu informieren, sondern zu befähigen, sicher und verantwortungsvoll in der digitalen Welt zu agieren — auch in Finanzfragen.
Formate und Akteurinnen
Bei den Veranstaltungen brachten sich auch Expertinnen und Experten der Volksbank ein, die fachliche Kenntnisse, praxisnahe Einblicke und konkrete Tipps lieferten. Die dialogorientierten Formate zielten darauf ab, Jugendlichen Handlungskompetenzen zu vermitteln, die über reines Wissen hinausgehen: Erkennen von Risiken, Einschätzen von Angeboten und das Treffen fundierter Entscheidungen.
Folgen für Schulen und Eltern
Für Schulleitungen und Eltern ergeben sich daraus konkrete Anknüpfungspunkte:
- Integration von Modulen zu digitaler Selbstregulierung und Finanzkompetenz in Schulcurricula oder Projekttage;
- Einbindung von Elternveranstaltungen, da der familiäre Kontext wesentlich für das digitale Wohlbefinden ist;
- Zusammenarbeit mit Banken und zivilgesellschaftlichen Organisationen, die Praxiswissen bereitstellen können.
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Schulen | 11 |
| Klassen | 57 |
| Schülerinnen & Schüler | 1.200 |
| Eltern-Treffen | 4 (insgesamt 170 Teilnehmer) |
| Gefühlte digitale Abhängigkeit (11–18 Jahre) | 77,5 % |
Die Kombination von digitalen und finanziellen Fragestellungen ist aus pädagogischer Sicht sinnvoll: Finanzentscheidungen werden zunehmend digital vermittelt, und Medienkompetenz ist Voraussetzung, um Angebote und Risiken zu erkennen. Für Schulen bedeutet das: Prävention, Aufklärung und praktische Übungen gehören zusammen.
Eltern sollten Termine entsprechender Informationsangebote wahrnehmen; bereits geringe Eingriffe in den Medienalltag (klare Regelungen, gemeinsame Reflexion über Inhalte, Gesprächsangebote) können das digitale Wohlbefinden der Kinder verbessern. Bildungsakteure können sich an den hier gezeigten Formaten orientieren und lokale Kooperationen mit Banken oder gemeinnützigen Organisationen prüfen, um ähnliche Projekte umzusetzen.