Umfrage zeigt deutliche Unterschiede im Umgang mit Hitze
Eine aktuelle Erhebung im Auftrag von Galaxus, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut YouGov, zeichnet ein klares Bild: Die Bevölkerung in fünf europäischen Staaten geht sehr unterschiedlich mit sommerlicher Hitze um. Besonders auffällig ist die Schweiz: Nur rund 10 Prozent der Befragten dort kühlen ihr Zuhause mit einer Klimaanlage, zugleich lehnt ein bemerkenswert hoher Anteil von 36 Prozent die Geräte aus ökologischen Gründen ab.
Welche Strategien dominieren?
Statt auf technische Klimatisierung setzen die Schweizerinnen und Schweizer laut Umfrage bevorzugt auf passive Maßnahmen: Etwa 80 Prozent geben an, durch morgendliches Lüften und tagsüber geschlossene Fenster die Räume kühler zu halten. Zudem verwenden rund 66 Prozent äußere Beschattung wie Rollläden, Jalousien oder Markisen. Diese Beharrung auf traditionellen Mitteln steht im Kontrast zu Ländern wie Italien, wo Klimaanlagen deutlich verbreiteter sind.
- 10 % Klimaanlagen-Nutzung in der Schweiz
- 57 % Klimaanlagen-Nutzung in Italien
- 36 % Schweizer lehnen Klimaanlagen als ökologisch nicht vertretbar ab
Umfang und Methodik der Erhebung
Die Umfrage umfasste insgesamt 2.616 Personen in fünf Ländern: 533 in der Schweiz, 520 in Deutschland, 521 in Österreich, 522 in Frankreich und 520 in Italien. Galaxus bezeichnet die Befragung als repräsentativ; das Institut YouGov führte die Datenerhebung durch.
| Land | Anteil mit Klimaanlage | Stichprobe |
|---|---|---|
| Schweiz | 10 % | 533 |
| Italien | 57 % | 520 |
| Deutschland | niedrig (keine exakte Zahl in der Quelle) | 520 |
| Österreich | nicht explizit angegeben | 521 |
Konflikt zwischen Bedürfnis und Umweltbewusstsein
Die Resultate zeichnen ein Dilemma nach: Einerseits bezeichneten rund 40 Prozent der Schweizer Befragten Klimaanlagen angesichts zunehmender Hitzewellen als immer notwendiger. Andererseits verhindert das Bewusstsein um Energieverbrauch und CO₂-Emissionen offenbar eine stärkere Verbreitung dieser Technik. Dieser Konflikt ist politisch relevant: Er berührt Fragen nach energetischer Infrastruktur, Strompreisen und der Gestaltung klimagerechter Anpassungsmaßnahmen an heißere Sommer.
Gleichzeitig zeigen die Verkaufszahlen eine andere Dynamik: Trotz kritischer Einstellungen verzeichnete Galaxus im Juni einen Rekordverkauf von Klimaanlagen in einem Monat. Das lässt vermuten, dass Verhaltensänderungen situativ und nicht nur von grundsätzlichen Einstellungen abhängig sind — Hitzewellen können kurzfristig Anschaffungen beschleunigen, auch wenn langfristig ökologische Bedenken bestehen.
Für die Umweltpolitik und die Energieplanung ergeben sich daraus mehrere Schlussfolgerungen: Förderung effizienterer, weniger energieintensiver Kühltechniken; Investitionen in Gebäudedämmung und Verschattung; sowie klare Informationen, welche Kühloptionen unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten am sinnvollsten sind. Die Umfrage zeigt, dass technische Lösungen nicht zwangsläufig auf breite Akzeptanz treffen, wenn sie als klimaschädlich wahrgenommen werden.
In Österreich liefert die Studie Indikationen, wie sich die Bevölkerung zu Klimatisierung positionieren könnte — detaillierte nationale Zahlen fehlen jedoch in der vorliegenden Veröffentlichung. Für die nationale Debatte bleibt wichtig, unterschiedliche Anpassungsstrategien an Hitzewellen zu vergleichen und Maßnahmen so zu gestalten, dass sie sowohl wirksam als auch gesellschaftlich akzeptiert sind.