Chronik

14-Jähriger in Tirol festgenommen: Ermittler sehen Planung von Anschlägen auf Religionsgemeinschaften

Die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst nahm in Tirol einen 14-Jährigen in Untersuchungshaft, nachdem ein ausländischer Nachrichtendienst auf Telegram-Kommunikation aufmerksam machte. Bei einer Hausdurchsuchung beschlagnahmten Ermittler Schutz- und Einsatzmaterial mit rechtsextremen Symbolen sowie eine Actionkamera, die für Live-Übertragungen geeignet wäre.

14-Jähriger in Tirol festgenommen: Ermittler sehen Planung von Anschlägen auf Religionsgemeinschaften
©Illustration KI Barbara Perner / steirerblatt.at

Festnahme nach Hinweis aus dem Ausland

Die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) verhaftete vergangene Woche in Tirol einen 14-jährigen Burschen, gegen den nach Angaben der Ermittler der Verdacht besteht, er habe Anschläge auf jüdische und muslimische Einrichtungen geplant. Den Angaben zufolge wurde der Zugriff wegen der Einschätzung der Staatsanwaltschaft Innsbruck angeordnet, dass die Planung bereits fortgeschritten gewesen sei – trotz des jugendlichen Alters des Verdächtigen.

Auslöser war ausländischer Hinweis

Auf den mutmaßlichen Täter seien die Behörden durch einen Hinweis eines ausländischen Nachrichtendienstes gestoßen. Dieser habe Telegram-Nachrichten abgefangen, in denen der Tiroler sich mit einem offenbar gleichgesinnten Beschuldigten aus Schweden über mögliche Anschlagsvorhaben ausgetauscht haben soll. Aufgrund dieser Informationen ordnete die Staatsanwaltschaft die sofortige Festnahme an; der Zugriff erfolgte durch Spezialkräfte der COBRA.

Beschlagnahmtes Material und Sicherheitsbedenken

Bei einer Hausdurchsuchung stellte das Landesamt Staatsschutz und Terrorismusbekämpfung (LSE) nach eigenen Angaben umfangreiches Material sicher. Auffällig war demnach die Kombination aus Schutz- und Einsatzgegenständen sowie Symbolik, die den Ermittlern zufolge dem rechtsextremen Milieu zuzuordnen ist. Außerdem wurde eine Kamera gefunden, die nach Ansicht der Behörden für eine Live-Übertragung von Taten eingesetzt werden könnte.

Beschlagnahmte GegenständeBeschreibung
Stichschutzwestemit rechtsextremen Symbolen
Messergefunden bei Durchsuchung
taktische Helmemehrere, mit Parolen versehen
Atemschutzmaskeebenfalls mit rechtsextremer Symbolik
Actionkamerafür mögliche Echtzeitübertragung montiert

Verfahrensstand und rechtliche Schritte

Der Jugendliche befindet sich in Untersuchungshaft und macht von seinem Schweigerecht Gebrauch. Gegen ihn wird laut Bericht wegen des Verdachts des versuchten Beitrags zu terroristischen Straftaten ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hatte die Festnahme trotz des Alters des Beschuldigten angeordnet, weil die Planungen nach Einschätzung der Ermittler weit fortgeschritten gewesen seien.

Konsequenzen und Kontext

Die Ermittlungen unterstreichen die Bedeutung internationaler Nachrichtendienst-Kooperation für die Prävention extremistischer Gewalt. Die Sicherstellung von Ausrüstung, die an Vorgehensweisen früherer Attentäter erinnert, hat bei Experten und Behörden erhöhte Alarmbereitschaft ausgelöst. Inwiefern es sich um Einzeltäterpläne oder um Vernetzungen über Landesgrenzen hinweg handelt, ist Gegenstand weiterer Ermittlungen.

  • Festnahme durch COBRA auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Innsbruck
  • Hinweislage basierte auf abgefangener Telegram-Kommunikation aus dem Ausland
  • Beschlagnahmtes Material weist laut Ermittlern auf rechtsextreme Orientierung hin
Barbara Perner
Barbara KI Redakteurin im Ressort Chronik online

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