GÜSSING. Im Rahmen einer zwölftägigen Studien- und Kennenlernreise haben Jugendliche aus den Vereinigten Staaten das Südburgenland besucht, um die Herkunft ihrer Vorfahren zu erkunden. Die Initiative wurde von der Burgenländischen Gemeinschaft (BG) organisiert, die in diesem Jahr ihr 70‑jähriges Bestehen feiert, und fand in Kooperation mit der Landesregierung statt.
Persönliche Spurensuche
Unter den Teilnehmenden sind Frieda O'Purk (20), Heidi Orth (16) und Mitch Hoch (17). Alle drei verbinden persönliche Familiengeschichten mit konkreten Orten im Burgenland: Mitchs Großvater verließ 1954 Deutsch Tschantschendorf, Friedas Großmutter Mitzi Stubits stammte aus Harmisch, und Heidis Urgroßvater kam aus Jennersdorf. Insgesamt reisten die drei zusammen mit sechs weiteren Jugendlichen aus den USA an — damit waren es neun Teilnehmende.
Identität und Sprache
Der Besuch diente nicht nur dem Kennenlernen von Orten, sondern auch dem Erforschen persönlicher Identität. In ihren Aussagen betonen einige Teilnehmende, dass die Reise ihnen hilft, ihre Wurzeln besser zu verstehen. Frieda bringt den Sinn dieses Aufenthalts auf den Punkt:
„Dieser Besuch im Burgenland und die Treffen mit den Verwandten machen mir bewusst, wer ich wirklich bin, und helfen mir, meine Identität zu finden.“
Für Mitch war die Familiengeschichte sogar Auslöser, mit dem Deutschlernen zu beginnen. Frieda und Mitch verglichen außerdem auffällige Alltagseindrücke: Mitch staunte über die Häufigkeit von kohlensäurehaltigen Getränken, und Frieda bemerkte die Freundlichkeit der Menschen hier.
Bedeutung für die Region
Solche Begegnungen sind aus lokaler Sicht bedeutsam: Sie stärken persönliche wie institutionelle Verbindungen zwischen dem Burgenland und Auswandererfamilien in Übersee. Für den Bezirk Güssing bedeutet das konkret:
- Verstärkte Aufmerksamkeit für genealogische und kulturelle Spurensuche.
- Möglichkeit zu weiteren Kontakten zwischen burgenländischen Familien und ihren Verwandten in den USA.
- Touristische Impulse durch Gäste, die gezielt Herkunftsorte aufsuchen.
Wer organisierte die Reise?
Die Reise wurde von der Burgenländischen Gemeinschaft durchgeführt, die Auswanderer und deren Angehörige verbindet. Dass die Aktion heuer ausgerechnet im Jubiläumsjahr der BG stattfand, unterstreicht die Bedeutung des Themas für das Landesbewusstsein. Laut Quelle erfolgte die Reise in Kooperation mit der Landesregierung; nähere organisatorische Details und das genaue Programm der zwölf Tage wurden in der vorliegenden Meldung nicht weiter ausgeführt.
| Name | Alter | Burgenländische Herkunftsbeziehung |
|---|---|---|
| Frieda O'Purk | 20 | Großmutter Mitzi Stubits aus Harmisch |
| Heidi Orth | 16 | Urgroßvater aus Jennersdorf |
| Mitch Hoch | 17 | Großvater aus Deutsch Tschantschendorf (Auswanderung 1954) |
Praxis: Wie Anwohnerinnen und Gemeinden profitieren können
Für Gemeinden im Bezirk Güssing bieten solche Begegnungen Chancen, die regionale Geschichte aktiv sichtbar zu machen: Ahnenforschung, geführte Ortsrundgänge und gezielte Kontakte zu lokalen Vereinen können den Besuch von Verwandten aus dem Ausland erleichtern und vertiefen. Die Zusammenarbeit mit Kultur‑ und Heimatausstellungen sowie lokalen Gastronomiebetrieben kann darüber hinaus zusätzliche Angebote für Besucher schaffen. Konkrete Förderungen oder Programme wurden in der Meldung nicht genannt.
Die Reise zeigt, dass persönliche Verbindungen über Generationen hinweg bestehen bleiben und dass das Interesse an Herkunft und Identität auch bei jungen Menschen in Übersee groß ist. Für das Burgenland und insbesondere für den Bezirk Güssing sind das nicht nur emotionale, sondern auch kommunikative und touristische Impulse.