Unwetter zieht Schneise durch südlichen Teil des Bezirks
Ein heftiges Gewitter mit Starkregen, Hagel und starkem Wind traf am Dienstagabend mehrere Gemeinden im Bezirk Wiener Neustadt. Die Unwetterfront zog laut Berichten von der Hohen Wand über Dreistetten, Wöllersdorf, Steinabrückl und Sollenau bis in die Maria Theresiensiedlung. Auf betroffenen Straßen kam es stellenweise zu Verkehrsbehinderungen, an manchen Stellen stand das Wasser so hoch, dass die Fahrbahnen kaum passierbar waren.
Einsatzkräfte räumten Muren und setzten Pumpen ein
Die Feuerwehr war in mehreren Orten im Einsatz und führte Aufräumarbeiten durch. Bezirksfeuerwehrkommandant Karl‑Heinz Greiner berichtete, dass die Einsatzkräfte die Lage zusehends unter Kontrolle bringen konnten und die größten Verwüstungen bereits geräumt worden seien. In der Region Hohe Wand kam es zu einer Erdmure, die jedoch bereits beseitigt wurde. Ortsverantwortliche berichteten, dass kleinere Muren an der Hohen Wand immer wieder vorkommen, eine derartige Masse sei allerdings ungewöhnlich.
- Verkehr: Teilweise Stillstand auf Straßen und Autobahnabschnitten durch starke Sichtbehinderung und Überflutungen.
- Infrastruktur: Murenabgänge und überflutete Fahrbahnen in mehreren Gemeinden.
- Feuerwehr: Aufräum- und Sicherungsmaßnahmen vor Ort; Lage weitgehend beruhigt.
Gewerbebetrieb in Theresienfeld meldet erheblichen Schaden
Besonders hart traf es die Firma Holz Wahl in Theresienfeld: Durch eine Verklausung des Tirolerbachs kam es zu einer Überschwemmung des Betriebsareals. Firmenchef Robert Wahl bezifferte den Schaden auf mindestens 100.000 Euro und schilderte, wie er in der Nacht durch Zufall auf das Wasser aufmerksam wurde, als er seinen Sohn vom Flughafen abholte. Sofort begann er, den Bach freizulegen; die Feuerwehr leistete Unterstützung. In der Folge arbeiteten Mitarbeiter, Partnerfirma-Kollegen und ein örtlicher Landwirt gemeinsam an den Aufräumarbeiten, der Betrieb ist derzeit nur eingeschränkt in Betrieb.
„Zum Glück habe ich meinen Sohn um Mitternacht vom Flughafen abgeholt und das Wasser bemerkt, sonst wäre das Ausmaß noch größer.“
Persönliche Eindrücke von Lokalpolitikern
SPÖ‑Vizebürgermeister Rainer Spenger aus Wiener Neustadt, der nach eigenen Angaben aus Wien direkt in das Unwetter gefahren war, beschrieb die Situation als außergewöhnlich heftig: Hagel, Wind und starke Regenmengen hatten unter anderem die Sicht auf den Straßen stark eingeschränkt. Er lobte die Disziplin der Verkehrsteilnehmer, die dadurch größere Unfälle verhinderten.
| Ort | Beobachteter Schaden / Effekt |
|---|---|
| Theresienfeld | Überschwemmung bei Firma Holz Wahl; Schaden ≥ 100.000 € |
| Hohe Wand / Maria Theresiensiedlung | Murenabgang, Hagelansammlungen ("Schneemänner" aus Hagel), Aufräumarbeiten |
| Sollenau, Felixdorf, Steinabrückl | Starkregen mit überfluteten Fahrbahnen |
Was Betroffene jetzt wissen sollten
Für Anwohner und Betriebe in den betroffenen Gemeinden bedeuten die Ereignisse vor allem: Gefahrenstellen vermeiden, betroffene Räumlichkeiten so bald wie möglich trockenlegen und Schäden dokumentieren. Bei größeren Schäden empfiehlt es sich, schnell Kontakt mit der eigenen Versicherung aufzunehmen und die Feuerwehr- oder Behördenprotokolle als Nachweis bereitzuhalten. Wer Hilfe bei Aufräumarbeiten benötigt, sollte die örtliche Gemeinde oder die Freiwillige Feuerwehr kontaktieren; in vielen Fällen koordinieren diese Hilfsangebote kurzfristig.
Die Lage hat sich nach Angaben der Einsatzkräfte bis zum Mittwoch weitgehend beruhigt, dennoch bleibt bei stärkerem Niederschlag erhöhte Aufmerksamkeit geboten, insbesondere in talnahen Bereichen und entlang kleinerer Bäche und Rinnen.