Verkauf an Landesholding sichert Fortbestand des Traditionslokals
Das seit 1904 bestehende Gasthaus „Der Stadtwirt“ in Oberwart wurde an ein Unternehmen der Landesholding verkauft. Betreiber Raimund „Mundi" Schmidinger, der das Lokal 2012 erwarb und bereits seit 2009 als Pächter tätig war, hatte laut Mitteilung lange nach einem geeigneten Nachfolger gesucht. Da sich keine passende Lösung fand, sei der Verkauf an das Land eine Möglichkeit gewesen, die Zukunft der Gaststätte zu sichern.
Schmidinger kündigte an, das Wirtshaus bis zu seinem geplanten Ruhestand weiterzuführen. Er nannte als persönlichen Zeitpunkt für die Pension den April 2031. Nach eigenen Angaben sei die Finanzierungssituation für junge Gastronomen ein wesentlicher Hinderungsgrund gewesen: Die Notwendigkeit, ein Drittel des Kapitals selbst aufzubringen, erschwere Neugründungen oder Übernahmen erheblich.
Gründe für Verkauf und Kritik aus der Politik
Die Familie Schmidinger sieht den Verkauf als pragmatische Lösung in einer angespannten Branche. Elisabeth Herzog, die den Betrieb seit Jahren unterstützt, wies auf strukturelle Probleme hin: Steigende Auflagen, wachsende Konkurrenz und veränderte Parkplatzsituation wirkten sich negativ auf traditionelle Wirtshäuser aus. Gleichzeitig betonte sie, dass der Stadtwirt als „das letzte Wirtshaus in Oberwart" eine besondere Stellung im Ort einnehme.
„Wir haben schon länger nach einem Nachfolger gesucht. Die Findung ist aber schwierig. Die jetzige Situation auch im Bereich der Finanzierung macht es für junge Leute kaum möglich, in der Gastronomie einzusteigen.“
Aus der FPÖ kam Kritik am Erwerb durch die Landesholding: Der Burgenländische Landtagsabgeordnete Markus Wiesler äußerte Vorbehalte gegenüber dem Erwerb, ohne sich dabei gegen das Lokal selbst zu positionieren. Konkrete Punkte der Kritik wurden im vorliegenden Bericht nicht weiter ausgeführt.
Konkrete Konsequenzen für Gäste und die Ortsentwicklung
Der Verkauf an eine Landesholding bedeutet für die Gäste zunächst Kontinuität: Der Betrieb soll wie bisher weiterlaufen, und Schmidinger bleibt bis zur Pension als Pächter aktiv. Langfristig eröffnet der Eigentümerwechsel jedoch verschiedene Möglichkeiten: staatliche Interessen können andere Prioritäten setzen als ein privater Eigentümer, beispielsweise hinsichtlich Restaurierung, Denkmalschutz, Nutzungsformen oder öffentlicher Förderungen. Welche konkreten Pläne die Landesholding für das Haus hat, wurde in der vorliegenden Meldung nicht genannt.
Für Oberwart bleibt die weitere Entwicklung des Stadtwirts relevant, weil solche Traditionsbetriebe zur städtischen Identität beitragen und Arbeitsplätze sowie Begegnungsräume bieten. Wenn junge Gastronomen aufgrund der Finanzierungsbedingungen aus dem Markt gedrängt werden, kann dies das Angebot in der Innenstadt nachhaltig verändern.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1904 | Gründung des Stadtwirts |
| 2009 | Raimund Schmidinger wird Pächter |
| 2012 | Erwerb durch Schmidinger |
| 2026 | Verkauf an Unternehmen der Landesholding |
| April 2031 | Geplante Pension Schmidingers (Ankündigung) |
- Eigentumswechsel: Verkauf an Landesholding sichert kurzfristig den Fortbestand.
- Betreiber bleibt: Schmidinger führt das Lokal weiter bis zur angekündigten Pension.
- Strukturelles Problem: Finanzierungshürden erschweren Nachfolgeregelungen in der Gastronomie.
Weitere Details zur vertraglichen Ausgestaltung des Kaufs, zu zukünftigen Nutzungskonzepten oder möglichen Investitionen durch die Landesholding lagen im Bericht nicht vor. Für die Bewohnerinnen und Bewohner von Oberwart bleibt wichtig, wie die Landesholding das Haus langfristig verwaltet und ob das Wirtshaus seinen Charakter als Treffpunkt der Stadt behält.