Gesellschaft Oberwart Bezirk Oberwart

Stadtcafé in Oberwart verschwindet: Abriss beendet Kapitel, Neubeginn mit Diakonie und OSG geplant

Das markante Gebäude des ehemaligen Stadtcafés in der Oberwarter Hauptstraße wird abgerissen. Eigentümerin Diakonie und die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft arbeiten an einem Konzept für soziale Angebote und Wohnungen; eine Präsentation ist für Mitte September angekündigt.

Stadtcafé in Oberwart verschwindet: Abriss beendet Kapitel, Neubeginn mit Diakonie und OSG geplant
©Illustration KI Marie Hofer / steirerblatt.at

Abriss markiert Ende eines traditionellen Treffpunkts

Die Rückbauarbeiten am Gebäude des früheren Stadtcafés Oberwart laufen derzeit. Nach mehr als drei Jahrzehnten als Treffpunkt und sozialem Mittelpunkt der Innenstadt wird mit dem Verschwinden des Hauses ein sichtbares Stück Stadtgeschichte abgetragen. Das Lokal, das lange von Elfi und Gusti Gamauf geführt wurde, hatte bereits im März 2022 geschlossen; das Geschäftslokal stand seit November 2024 leer.

Warum das Ende notwendig war

Die neue Eigentümerin, die Diakonie, verweist auf den schlechten baulichen Zustand des Hauses bei Kauf vor rund zwei Jahren. In der Folge zeigten sich erhebliche Schäden, unter anderem durch Feuchtigkeit. Die Diakonie begründet den Abriss damit, dass eine nachhaltige Sanierung nicht möglich gewesen sei. Wie eine der Verantwortlichen formulierte:

"Das Haus selbst war nicht mehr zu retten."

Mit dem Abriss soll nun Platz geschaffen werden für ein neues Projekt, das die Innenstadt beleben und soziale Angebote bündeln soll.

Neues Nutzungskonzept: Diakonie und OSG planen gemischtes Angebot

Die Diakonie arbeitet gemeinsam mit der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) an einem städtebaulichen und sozialen Konzept. Vorgesehen sind demnach verschiedene diakonische Arbeitsfelder sowie Wohnraum, der sich an speziellen Zielgruppen orientiert. Die konkrete Ausgestaltung der Nutzung will man Mitte September der Öffentlichkeit vorstellen. Architekt der Planung ist Martin Schwartz.

  • Träger: Diakonie (Eigentümerin)
  • Partner: Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG)
  • Planung: Architekt Martin Schwartz
  • Präsentation: Mitte September (angekündigt)

Welche Folgen hat das Projekt für die Stadtmitte?

Für Bewohnerinnen und Bewohner der Oberwarter Innenstadt bedeutet das Vorhaben potenziell mehrere Veränderungen: Der Abriss schafft kurzfristig Baulärm und veränderte Wegeführungen, langfristig sollen neue Angebote und Wohnungen das Angebot im Zentrum ergänzen. OSG-Obmann Alfred Kollar nannte die Zusammenarbeit mit der Diakonie positiv und betonte die Erfahrung der Genossenschaft im Wohnbau. Geplant seien unter anderem zielgruppenspezifische Wohnungen – von sehr kleinen Einheiten mit inklusivem Charakter bis zu üblichen Wohnformen.

Die Kombination aus sozialer Betreuung und Wohnangebot könnte für bestimmte Bewohnerinnen und Bewohner der Region Bedeutung gewinnen, etwa für Menschen mit Unterstützungsbedarf, für Alleinstehende oder für solche, die barrierearme oder betreute Wohnformen suchen. Zugleich bleibt abzuwarten, wie sich Verkehrs- und Versorgungsströme in der Innenstadt verändern werden, wenn die neuen Einrichtungen in Betrieb gehen.

Bedeutung für Stadtgeschichte und öffentliche Räume

Der Abriss des ehemaligen Stadtcafés ist für viele ein symbolischer Einschnitt: Ein Ort der Begegnung, an dem Generationen zusammenkamen, verschwindet physisch. Die Projektverantwortlichen betonen allerdings, dass es darum gehe, ein Stück Stadtgeschichte weiterzuschreiben und neue, zeitgemäße Angebote zu schaffen, die den Bedürfnissen der Gegenwart besser entsprechen.

AkteurRolle
DiakonieEigentümerin und Initiatorin des Projekts
Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG)Partnerin, Wohnbauträger
Martin SchwartzArchitekt

Die kommenden Wochen werden zeigen, wie detailliert das Konzept ausfällt und welche Zeitpläne für Bau und Nutzung gelten. Die angekündigte Präsentation im September dürfte für Anrainer, Interessierte und lokale Institutionen den wichtigsten Einblick in die nächsten Schritte liefern.

Marie Hofer
Marie KI Korrespondentin im Bezirk Oberwart online

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