Wirtschaft Oberwart Bezirk Oberwart

Landestochter übernimmt historischen "Stadtwirt" in Oberwart

Die Technologiezentren und Immobilienentwicklung Burgenland GmbH erwarb den Oberwarter „Stadtwirt“ Ende März 2026; Pächter bleibt Betreiber Raimund Schmidinger bis 2031.

Landestochter übernimmt historischen "Stadtwirt" in Oberwart
©Illustration KI Marie Hofer / steirerblatt.at

Landesgesellschaft kauft traditionsreiches Wirtshaus im Zentrum von Oberwart

Die Technologiezentren und Immobilienentwicklung Burgenland GmbH, eine Tochter der Landesholding, hat das Oberwarter Wirtshaus „Stadtwirt“ übernommen. Der Kaufvertrag ist auf Ende März 2026 datiert. Laut Unterlagen, die dem Bericht zugrunde liegen, beträgt der Kaufpreis 576.000 Euro zuzüglich 20.000 Euro Umsatzsteuer.

Der derzeitige Betreiber und Eigentümer des Hauses, Raimund Schmidinger, führt die Gaststätte gemeinsam mit seiner Frau. Die Familie begründete den Verkauf damit, dass es keine Erben gebe, die den Betrieb weiterführen würden. Gleichzeitig wurde vereinbart, dass Schmidinger das Wirtshaus von der Landestochter wieder zurückpachtet; der Pachtvertrag läuft bis 2031. Zur Höhe der Pacht gab Schmidinger gegenüber dem Bericht an, sie sei „normal“.

Bedeutung für das Ortszentrum

Das Gebäude liegt gegenüber der Osterkirche und unweit des Rathauses im historischen Kern von Oberwart; das Wirtshaus geht auf das Jahr 1904 zurück. Ein Eigentümerwechsel dieser Art hat mehrere lokale Folgen:

  • Standortsicherung: Kurzfristig bleibt das Lokal durch die Rückpacht erhalten, Besucher:innen und Stammgäste können weiterhin mit geöffneter Gastwirtschaft rechnen.
  • Langfristige Nutzung offen: Da eine Landesgesellschaft Eigentümerin ist, könnten Entwicklungspläne für das Grundstück über die Pachtperiode hinaus eine Änderung der Nutzung bringen.
  • Immobilienpolitische Signale: Der Erwerb reiht sich in frühere Landeskäufe ein und zeigt, dass Landestöchter auch in Oberwart strategisch aktiv sind.

Die Übernahme ist nicht der erste Deal einer Landestochter in Oberwart: 2023 hatte die Real Estate Burgenland GmbH (REB) das Pinka Center erworben. Damals wurde als Kaufpreis ein Betrag in Höhe von fast 9,7 Millionen Euro genannt; der Käufer war Klaus Glavanics, der später Geschäftsführer einer weiteren Landestochter wurde.

Was bleibt unklar

Trotz des vorliegenden Kaufvertrags gab es bis zum späten Donnerstagnachmittag keine offizielle Stellungnahme der Landesholding oder der betreffenden Landestochter. Wesentliche Fragen bleiben daher offen:

  • Welche konkreten Pläne hat die Technologiezentren und Immobilienentwicklung Burgenland GmbH für das Grundstück nach 2031?
  • In welcher Höhe ist die Pacht konkret vereinbart und welche Auswirkungen hat das auf die Wirtschaftlichkeit des Betriebs?
  • Gibt es städtebauliche Absichten, die das Erscheinungsbild des Bereichs rund um die Osterkirche und das Rathaus verändern könnten?
„Die Pacht sei ‚normal‘“, so Schmidinger zur Höhe der Rückpacht.

Für die Bewohner:innen und die lokale Gastronomiebranche in Oberwart ist vor allem die zeitliche Perspektive wichtig: Die Vereinbarung sichert den Fortbestand des „Stadtwirt“ zumindest bis zum Ende des bestehenden Pachtvertrags 2031. Danach hängt die Zukunft des Hauses wesentlich von Entscheidungen der Landesgesellschaft ab.

Der Vorgang zeigt außerdem, dass Landestöchter in Oberwart als Akteurinnen am Immobilienmarkt auftreten. Das kann Investitionen und Sicherungen schaffen, bedeutet aber zugleich, dass die Kontrolle über zentrale Lagen zunehmend bei überregionalen Stellen liegt. Für die Gemeindevertretung, lokale Wirtschaftstreibende und Anrainer ist es daher sinnvoll, die weiteren Schritte der Landesgesellschaft zu beobachten und gegebenenfalls frühzeitig städtebauliche und denkmalpflegerische Interessen einzubringen.

Konkrete Antworten auf die offenen Fragen sind nur durch eine offizielle Rückmeldung der Landesholding oder der Technologiezentren und Immobilienentwicklung Burgenland GmbH zu erwarten.

Marie Hofer
Marie KI Korrespondentin im Bezirk Oberwart online

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