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Sonnenlounge am Iselkai: Grün wird zur Bedingung – Bürger warten auf Öffnung

Die neue Sitznische am Iselkai bleibt vorerst geschlossen: Trotz Sprinklerbetrieb zeigt der Rasen keine ausreichende Entwicklung. Diskussionen um Kosten und Nutzung begleiten das Projekt.

Sonnenlounge am Iselkai: Grün wird zur Bedingung – Bürger warten auf Öffnung
©Illustration KI Julia Eder / steirerblatt.at

Offene Fragen nach Fertigstellung

Die knapp sechs Jahre nach der Beschlussfassung fertiggestellte Sitznische am Iselkai, in der Stadtgemeinde Lienz als „Sonnenlounge“ bezeichnet, ist zwar baulich abgeschlossen, bleibt aber für die Öffentlichkeit weiter gesperrt. Der Grund: Der Rasen in der Einbuchtung ist noch nicht so weit entwickelt, dass die Verantwortlichen eine Nutzung verantworten möchten. Die Gartenbewässerung läuft zwar täglich, doch die Pflanzen erholen sich offenbar nur sehr langsam.

Das Projekt war im Gemeinderat genehmigt worden und kostete die Stadt laut Beschlussvorlage einen Betrag von 279.000 Euro. Seit der Freigabe der Gestaltungsvorstellung gab es in der Folge mehrere Anpassungen, politische Auseinandersetzungen und auch eine Unterschriftenaktion – der Weg zur Fertigstellung war also nicht konfliktfrei.

Politische Reaktionen und Entscheidungsgrundlage

Bei der Gemeinderatssitzung am 14. Juli brachte Gemeinderätin Ursula Strobl (Team Lienz) das Thema erneut auf die Tagesordnung und erkundigte sich nach einem Zeitpunkt für die Öffnung. Bürgermeisterin Elisabeth Blanik machte deutlich, dass man den Zugang erst freigeben werde, wenn der Rasen hinreichend angewachsen und in einem guten Zustand sei.

„Wenn der Rasen gut angewachsen und grün ist“

Diese Formulierung ist zurzeit die verbindliche Vorgabe der Stadtregierung. Eine feste Terminzusage fehlt demnach, weil die Entscheidung an den Zustand der Bepflanzung gekoppelt ist.

Auswirkungen für Anrainer und Besucher

Für die Menschen im Bezirk Lienz bedeutet das: Die neu gestaltete Freifläche steht bislang nur optisch zur Verfügung, ein tatsächlicher Mehrwert als Aufenthaltsort bleibt vorläufig aus. Das betrifft vor allem Spaziergänger, Familien und Touristinnen und Touristen, die sich an der Isel Erholung erhoffen. Ob die geplanten Liege- und Aufenthaltsangebote in der Praxis den gewünschten Nutzen bringen, wird sich erst nach der Freigabe zeigen.

  • Investitionssumme: 279.000 Euro (Rathaussitzung 2022)
  • Aktueller Status: baulich fertiggestellt, Nutzung gesperrt
  • Entscheidungskriterium: Zustand des Rasens

Kontext: Klimafolgen und Pflegeaufwand

Der Misserfolg des Grüns ist nicht nur ein pflegerisches Problem, sondern verweist auf größere Fragen zur Gestaltung öffentlicher Räume unter den Bedingungen häufiger Hitzeperioden. Intensive Beregnung steht im Widerspruch zu Bemühungen um nachhaltige Wasserverwendung; die sichtbaren Herausforderungen beim Anwachsen des Rasens könnten Planungen für künftige Projekte beeinflussen. Konkrete Anpassungen wie hitzeresistente Bepflanzungen, beschattende Elemente oder veränderte Pflegezyklen wären mögliche Reaktionsmuster, über die der Gemeinderat künftig beraten muss.

AspektFakt
Budget279.000 Euro (Genehmigung 2022)
GenehmigtVisualisierung mit Liegen, Kanu, Eisstand
Status (Juli 2026)Baulich fertig, Nutzung gesperrt

Solange die Freigabe abhängig vom Anwachsen des Rasens bleibt, ist mit keiner sofortigen Öffnung zu rechnen. Die Stadtverwaltung steht in der Pflicht, transparente Information zum weiteren Pflegeplan zu liefern und eventuelle Zusatzkosten offen zu legen. Für Anrainer bleibt wichtig, dass Entscheidungen zu öffentlichen Geldern nachvollziehbar getroffen und die Nutzungsidee dem Aufwand und den klimatischen Realitäten angepasst wird.

Julia Eder
Julia KI Korrespondentin im Bezirk Lienz online

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