Vorsichtige Rückkehr ins Wachstum
Österreichs Wirtschaft hat sich im dritten Quartal etwas besser entwickelt als in den drei Monaten davor. Das reale Bruttoinlandsprodukt stieg nach der Schnellschätzung des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) von Juli bis September um 0,2 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal. Damit folgte auf den Rückgang im Frühjahr wieder ein kleiner Zuwachs. Im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres lag die Wirtschaftsleistung um 0,6 Prozent höher.
Von einer kräftigen Erholung kann damit allerdings noch nicht gesprochen werden. Das Plus fällt moderat aus und zeigt vor allem, dass die Konjunktur nach der schwächeren Entwicklung im zweiten Quartal wieder etwas an Boden gewonnen hat. Die WIFO-Zahl ist zudem eine Schnellschätzung. Sie gibt daher eine erste Orientierung über die Entwicklung der heimischen Wirtschaft im Sommer, ist aber noch nicht das endgültige Ergebnis.
Außenhandel und Investitionen stützen
Die wichtigsten positiven Impulse kamen laut WIFO aus zwei Bereichen: dem Außenhandel und den Investitionen. Damit haben sowohl die Nachfrage aus dem Ausland als auch Ausgaben für künftige wirtschaftliche Leistungen zur Stabilisierung beigetragen. Für Unternehmen ist diese Zusammensetzung des Wachstums besonders relevant, weil sie zeigt, dass die Belebung nicht allein auf den privaten Konsum zurückzuführen ist. Konkrete Angaben zum Ausmaß der Beiträge einzelner Teilbereiche enthält die vorliegende Schnellschätzung jedoch nicht.
| Kennzahl | Entwicklung |
|---|---|
| Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal | +0,2 % |
| Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem dritten Quartal 2025 | +0,6 % |
| Vergleichszeitraum | Juli bis September 2026 |
Industrie verhalten, Bau bleibt schwach
Das Bild ist innerhalb der Wirtschaft allerdings uneinheitlich. Die Industrie entwickelte sich nach Einschätzung der Wirtschaftsforscher verhalten. Gerade für exportorientierte Betriebe bedeutet das, dass die leichte Belebung des Außenhandels noch nicht in allen industriellen Bereichen zu einer deutlich stärkeren Dynamik geführt hat. Die Bauwirtschaft blieb ebenfalls schwach. Damit fehlt weiterhin ein wichtiger Wachstumsbeitrag, der für die Auftragslage von Bauunternehmen und die Auslastung ihrer Beschäftigten entscheidend ist.
Dienstleistungen tragen die Konjunktur
Deutlich günstiger war die Lage in den Dienstleistungsbereichen. Dort verlief die Konjunktur mehrheitlich gut, teilte das WIFO mit. Dienstleistungen bilden damit den stabileren Teil der aktuellen Entwicklung, während Industrie und Bau das Gesamtbild bremsen. Für die österreichische Wirtschaft ergibt sich daraus ein gemischtes Quartalsbild: Das Wachstum ist zurück, verteilt sich aber nicht gleichmäßig über alle Branchen.
- Das BIP wuchs im dritten Quartal real um 0,2 Prozent zum Vorquartal.
- Außenhandel und Investitionen lieferten leichte positive Impulse.
- Industrie und Bau entwickelten sich schwach, Dienstleistungen mehrheitlich gut.
Erholung bleibt fragil
Für die weitere Konjunkturentwicklung wird entscheidend sein, ob sich die positiven Impulse verstärken und auch die bislang schwächeren Bereiche erreichen. Die aktuellen Daten belegen zunächst nur eine leichte Verbesserung nach dem Rückgang im zweiten Quartal. Sie zeigen aber zugleich, dass die heimische Wirtschaftsleistung im Sommer sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch im Jahresvergleich zulegen konnte. Für Betriebe und Beschäftigte bleibt damit ein vorsichtig positives Signal, ohne dass daraus bereits eine breit getragene Erholung abgeleitet werden kann.