Land und Stiftung einigen sich auf Kooperation – Verträge noch heuer geplant
Die Pläne für einen neuen Universitätscampus auf dem Brauhausberg in Potsdam sowie die Ausweitung des Hasso‑Plattner‑Instituts (HPI) am Griebnitzsee nehmen konkrete Formen an. Nach Angaben der Staatskanzlei wird aktuell ein Entwurf für die Gestaltung von Dach und Turm des denkmalgeschützten Gebäudes auf dem Brauhausberg erarbeitet; parallel arbeite man weiter an der Gesamtplanung des Campus. Für beide Standorte sollen noch in diesem Jahr die vertraglichen Grundlagen abgeschlossen werden.
Private Finanzierung, öffentliche Nutzung
Bereits beschlossen ist eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Land Brandenburg und der Hasso Plattner Foundation (HPF). Demnach wird die Stiftung Eigentümerin des Grundstücks, baut den Campus und überträgt ihn anschließend vollständig an das Land. Eine Task Force unter der Leitung von Ministerpräsident Dietmar Woidke und HPF‑Stifter Hasso Plattner begleitet das Projekt.
"Wir machen wichtige Fortschritte zur Umsetzung dieser einzigartigen Projekte mit einer deutschland- und darüber hinaus europaweiten Bedeutung",
so Woidke nach Angaben der Staatskanzlei.
Kapazitäten, Wohnraum und Forschungsschwerpunkte
Für den Campus am Griebnitzsee sind deutliche Erweiterungen geplant: Die vorhandene Nutzfläche soll von 50.000 auf 70.000 Quadratmeter anwachsen, und dort sollen künftig insgesamt 4.500 Menschen lehren, forschen oder studieren. Beim Wohnangebot ist vorgesehen, zunächst rund 550 Wohnheimplätze zu errichten, mit einer langfristigen Ausbauoption auf bis zu 900 Plätze. Auf dem Brauhausberg sind zunächst 150 Wohnheimplätze vorgesehen; weitere Standorte in der Stadt – etwa in der Behlertstraße – werden geprüft.
- Griebnitzsee: 70.000 m² Nutzfläche, Raum für 4.500 Personen, 550–900 Wohnplätze.
- Brauhausberg: Entwurf für Dach und Turm des denkmalgeschützten Gebäudes, 150 Wohnheimplätze geplant.
- Trägerschaft: HPF baut, Land übernimmt Besitz und Betrieb.
| Standort | Nutzfläche | Personen | Wohnplätze (geplant) |
|---|---|---|---|
| Griebnitzsee | 70.000 m² | 4.500 | 550–900 |
| Brauhausberg | — | — | 150 |
Warum das für Eltern und Studierende wichtig ist
Die Projekte bedeuten mehrere unmittelbare Folgen: Erstens steigt die Zahl attraktiver Studien- und Forschungsplätze in einem Bereich (IT/KI), der für zukünftige Arbeitsplätze zentral ist. Zweitens bringt der Ausbau zusätzlichen Wohnraum, was sich auf Studienfinanzierung und Alltag Studierender auswirken kann: Zusätzliche Wohnheimplätze verringern Druck auf private Mietmärkte und erleichtern Pendelverhältnisse. Drittens ist die private Finanzierung über eine Stiftung ein Modell, das künftig Vorbildwirkung für Public‑Private‑Partnerships im Hochschulbereich haben könnte.
Für Eltern und Schüler bedeutet das konkret: Wer ein Studium in verwandten Fächern anstrebt, kann künftig auf erweiterte Kapazitäten und spezialisierte KI‑Forschungseinrichtungen hoffen; Bewerbungs‑ und Wohnraumsituation könnten sich in den nächsten Jahren verändern. Konkrete Termine für Fertigstellung und Inbetriebnahme standen in der Mitteilung nicht; die erwarteten Verträge sollen jedoch noch im laufenden Jahr geschlossen werden.
Die Ausrichtung auf Künstliche Intelligenz ist dabei ein zentrales Motiv der HPF und des HPI: Hasso Plattner möchte mit dem Ausbau die deutsche Forschung im internationalen Vergleich stärken und bis 2035 einen neuen Campus in Potsdam etablieren.