Diskussionsforum beleuchtet Nutzen und Folgen großer Events
Die dritte Station des „Tourismusforum on tour“ fand in Kitzbühel statt und stellte die Frage in den Mittelpunkt, welchen konkreten Nutzen Großveranstaltungen für die Region bringen. Teilnehmer der Diskussion waren Tourismuslandesrat Mario Gerber, Karin Seiler (Geschäftsführung Tirol Werbung) und Martin Schnitzer, Leiter des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Innsbruck. Die Veranstaltung zog ein Publikum, das die Bedeutung solcher Events für Sichtbarkeit, Wirtschaft und Gemeinwohl hinterfragte.
Landesrat Gerber betonte dabei die ökonomische Dimension:
„Veranstaltungen bringen Tirol eine enorme Wertschöpfung und bieten gleichzeitig die Chance, unser Tourismusland in die internationale Auslage zu stellen.“Seine Aussage unterstreicht die Erwartung, dass große Events nicht nur Gäste anlocken, sondern auch mediale Aufmerksamkeit generieren, die sich langfristig auszahlen kann.
Zwischen emotionaler Wirkung und strategischer Planung
Karin Seiler von der Tirol Werbung erläuterte die markenbildende Funktion von Großereignissen:
„In unserer Arbeit achten wir stets darauf, dass Events die Marke Tirol positiv aufladen.“Demnach liefern Sport- und Kulturveranstaltungen Bilder und Gefühle, die Tourismuswerbung nutzen kann, zugleich aber auch Anforderungen an Qualität, Positionierung und Kommunikation stellen.
Aus wissenschaftlicher Sicht verwies Martin Schnitzer auf die Bedeutung von Kooperationen:
„Veranstaltungen sind immer ein Gemeinschaftswerk, an dem Vereine, Gemeinde und Bevölkerung arbeiten – das gelingt in Tirol sehr gut.“Er hob zugleich hervor, dass der Erfolg an eine klare Strategie mit Zielen geknüpft sein müsse – monetär, gesellschaftlich oder identitätsstiftend.
Konkrete Implikationen für Kitzbühel
- Sichtbarkeit: Großereignisse erhöhen die mediale Präsenz der Region und können langfristig Buchungsentscheidungen beeinflussen.
- Wertschöpfung: Kurzfristige Umsätze in Hotellerie, Gastronomie und Dienstleistung sind messbar, langfristige Effekte hängen von Nachnutzungsstrategien ab.
- Alltag und Akzeptanz: Veranstaltungen verändern den Alltag der Einwohnerinnen und Einwohner; erfolgreiche Events erfordern Einbindung lokaler Akteurinnen und Akteure.
Die Diskussion in Kitzbühel zeigte, dass Großveranstaltungen zwar ökonomische Chancen bieten, zugleich aber Planung, klare Zieldefinition und Einbindung der Bevölkerung benötigen, um nachhaltig positiv zu wirken. Für die regionale Politik und Veranstalter bleibt damit die Aufgabe, Nutzen und lokale Auswirkungen ausgewogen zu gestalten.
| Redner | Funktion |
|---|---|
| Mario Gerber | Tourismuslandesrat |
| Karin Seiler | Geschäftsführung Tirol Werbung |
| Martin Schnitzer | Leiter Institut für Sportwissenschaft, Uni Innsbruck |