Am Sonntag früh rollt der erste Bus auf den neu gestalteten Andreas‑Hofer‑Platz: Um 6 Uhr wird die Linie 300 vom Hauptbahnhof kommend die Premierenfahrt antreten, vom Steig C aus in Richtung Hartberg. Damit ist der Platz nach rund dreieinhalb Jahren Bauzeit wieder als zentraler Knotenpunkt für den steirischen Regionalverkehr in Betrieb.
Was neu ist
Die Umgestaltung, die im November mit den Bauarbeiten begann, kostete insgesamt 2,3 Millionen Euro und wurde je zur Hälfte vom Land und der Stadt finanziert. Insgesamt sind ab jetzt 19 Buslinien vom Platz aus unterwegs – Ziele reichen von Weiz über Fürstenfeld und St. Stefan im Rosental bis nach Trofaiach und Fernitz. Der Bereich bot zuvor nur eine eingeschränkte Infrastruktur; das Vorgängerbauwerk datierte aus den 1960er‑Jahren.
- Sieben neu angelegte, schräg positionierte Bussteige (C–I) direkt am Platz
- Haltestellen A und B in der Neutorgasse ermöglichen direkte Umsteigeverbindungen zur Straßenbahn (Linien 16 und 17)
- Die Expresslinie X81 nach Trofaiach fährt weiterhin vom Marburger Kai (Steig J); die provisorische Haltestelle bleibt bestehen
- Neue Ausstattung: 7 moderne Wartehäuschen, 8 digitale Fahrgastanzeigen und ein Ticketautomat
- Barrierefreie Maßnahmen: taktile Bodenleitsysteme, Noppenfelder und abgesenkte Gehsteigkanten
Nicht vollständig fertiggestellt sind derzeit noch der TIM‑Standort mit vier Fahrzeugen sowie ein 73 Quadratmeter großer Wartebereich im angrenzenden Gebäude.
Bewertungen und Einordnung
Landesrätin Claudia Holzer (FPÖ) kritisierte in der Debatte vor dem Umbau, dass der alte Bahnhof "weder verkehrstechnisch noch aus Kundensicht den Anforderungen an einen modernen Verkehrsknoten" entsprochen habe. Bei der Eröffnung nannte sie das Ergebnis inzwischen ein "Schmuckstück". Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) bewertete die Maßnahme als wichtigen Abschluss der Neutorlinien‑Erweiterung.
„Er entspricht weder verkehrstechnisch noch aus Kundensicht den Anforderungen an einen modernen Verkehrsknoten“, sagte Landesrätin Claudia Holzer.
Welche Bedeutung hat das für Fahrgäste in Graz?
Für Pendlerinnen und Pendler bringt der Platz vor allem bessere Umsteigemöglichkeiten zwischen Bus und Tram sowie aktuellere Informationstechnik. Die Kombination aus zusätzlichen Steigen, digitalen Anzeigen und einer Ticketmöglichkeit soll Abläufe beschleunigen und Wartezeiten reduzieren. Die barrierefreien Elemente sind vor allem für mobilitätseingeschränkte Personen relevant.
Gleichzeitig ist zu beachten, dass die Arbeiten am Busbahnhof am Hauptbahnhof noch ausstehen: Der Andreas‑Hofer‑Platz ist jetzt wieder verfügbar, doch die nächste Großbaustelle wird laut Projektplanung der Busbahnhof am Hauptbahnhof sein – ein konkreter Zeitplan für Beginn und Ablauf steht noch nicht. Für Reisende heißt das: Kurzfristig mehr Komfort am Andreas‑Hofer‑Platz; mittelfristig mögliche Umstellungen, sobald der Hauptbahnhof umgebaut wird.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Bauzeit | rund 3,5 Jahre (Platz nicht verfügbar während Neutorlinie‑Bau) |
| Gesamtkosten | 2,3 Mio. Euro (je zur Hälfte Land und Stadt) |
| Anzahl Linien | 19 |
| Neue Steige | 7 (C–I) |
Die Umgestaltung des Andreas‑Hofer‑Platzes ist ein spürbarer Schritt zur Modernisierung des regionalen Busverkehrs in Graz. Wie sich die Lage verändern wird, wenn der Busbahnhof am Hauptbahnhof an die Reihe kommt, bleibt eine relevante Frage für Fahrgäste und Pendlerinnen: Zeitplan und Umfang jener Arbeiten werden entscheiden, in welchem Ausmaß es zu weiteren Verkehrsverlagerungen oder Sperren kommen wird.