Gesundheit

Neue Studien deuten auf Lebensstil‑gebundene Marker bei frühem Krebsrisiko hin

Internationale Forschungsergebnisse legen nahe, dass epigenetische Marker, die durch Lebensstil verändert werden können, mit einem erhöhten Risiko für frühe Krebserkrankungen verknüpft sind. Die Befunde erfordern weitere Untersuchung, um kausale Zusammenhänge zu klären.

Neue Studien deuten auf Lebensstil‑gebundene Marker bei frühem Krebsrisiko hin
©Illustration KI Sabine Nagl / steirerblatt.at

Worum es geht

Aktuelle Forschungsarbeiten weisen darauf hin, dass sich die Häufigkeit bestimmter Krebserkrankungen bei jüngeren Jahrgängen erhöht hat und dass dafür neben bekannten Einflüssen auch veränderliche biologische Marker eine Rolle spielen könnten. Zwei internationale Studien, publiziert unter anderem in Nature, untersuchten Muster in der Krebsinzidenz und biologische Merkmale bei Erkrankten unter 55 Jahren.

Ergebnisse und Einordnung

Eine der untersuchten Analysen zeigt, dass bei mehreren Krebsarten die Inzidenz in jüngeren Generationen zugenommen hat. Konkret gelangten Forschende zu dem Befund, dass bei 17 von 34 betrachteten Krebserkrankungen eine steigende Erkrankungsrate in jüngeren Geburtsjahrgängen dokumentiert wurde.

Parallel dazu analysierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer weiteren Studie, ob sich bei Personen, die vor dem Alter von 55 Jahren an Krebs erkrankten, bestimmte epigenetische Merkmale finden lassen. Die Auswertung legt nahe, dass Veränderungen an epigenetischen Markern, die durch Lebensstilfaktoren beeinflusst werden können, mit einem leicht erhöhten Risiko für frühe Krebserkrankungen assoziiert sind.

"Man hat bei den Untersuchungen einen Zusammenhang gefunden zwischen epigenetischen Markern, die sich beispielsweise durch Lebensstilfaktoren verändern und die man mit verschiedenen Tests bestimmen kann, und einem gering erhöhten Risiko an einem frühen Krebs zu erkranken."

Dieses Zitat stammt von Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Sie betont zugleich, dass die Frage, in welchem Ausmaß diese Veränderungen an der Erbinformation tatsächlich die Krebsentstehung beeinflussen, noch ungeklärt ist und weiterer Forschung bedarf.

Konsequenzen für Prävention und Forschung

Die Studienergebnisse haben mehrere Implikationen:

  • Sie verlagern den Blick auf mögliche frühe, lebensstil‑bedingte Veränderungen, die das Krebsrisiko prädisponieren könnten.
  • Sie deuten darauf hin, dass die biologische Alterung mancher jüngerer Generationen schneller voranschreiten könnte.
  • Sie unterstreichen die Notwendigkeit, epigenetische Marker und Lebensstilfaktoren in longitudinalen Studien zu verfolgen, um Ursache und Wirkung zu unterscheiden.

Daten in Kürze

AspektErgebnis
Beobachtete Krebsarten34
Mit zunehmender Inzidenz in jüngeren Jahrgängen17
Altersgrenze für zweite Studie<55 Jahre

Ausblick

Die Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen veränderbaren epigenetischen Markern und frühem Krebs sind relevant, legen aber noch keine direkten Ursachen fest. Für die Praxis bedeutet dies, dass bestehende Präventionsstrategien, die auf bekannte Risikofaktoren abzielen, weiterhin von zentraler Bedeutung bleiben. Gleichzeitig sollten Forschung und Gesundheitsüberwachung weiter ausgebaut werden, um zu klären, ob und wie gezielte Interventionen in jüngeren Lebensphasen das künftige Krebsrisiko reduzieren können.

Sabine Nagl
Sabine KI Redakteurin im Ressort Gesundheit online

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