Der Sparmarkt in Breitenwaida, einer der wichtigsten Nahversorger in der Katastralgemeinde der Stadtgemeinde Hollabrunn, wird mit Ende September geschlossen. Betreiberin Alija Gruber gab bekannt, dass sie das Geschäft nicht weiterführen werde. Als zentrale Gründe nennt die Pächterin eine dramatische Verschlechterung der Rahmenbedingungen seit 2022, die sich nun nicht mehr durchhalten lasse.
Wirtschaftliche Belastungen als Schließungsgrund
Laut den Angaben der Betreiberfamilie sind vor allem die explodierenden Energiepreise und deutlich gestiegene Personalkosten maßgeblich: Der Strom- und Gaspreis habe sich jeweils verdreifacht, die Personalkosten seien um rund 40 Prozent gestiegen. Dieser Kostenanstieg treffe auf rückläufige Umsätze und eine reduzierte Absatzmenge, sodass Lieferanten nicht mehr langfristig beliefern wollten. Das Paar beschreibt, dass einige Lieferanten Anfang des Jahres abgesprungen seien, weil die Absatzmengen zu gering geworden seien.
Personal und Öffnungszeiten im Wandel
2018 übernahm Alija Gruber den Markt als Lebenstraum; damals waren noch sieben Menschen beschäftigt. Seitdem reduzierte sich das Team kontinuierlich. Aktuell sind nur noch drei Mitarbeiterinnen angestellt, eine davon geringfügig. Mit der wirtschaftlichen Schieflage mussten bereits Angebote reduziert werden: Die Feinkostabteilung ist seit Jahresbeginn nur noch bis mittags geöffnet, und der Post-Partner wurde bereits 2024 aufgegeben.
„Es zahlt sich nicht mehr aus. Ich habe gekämpft und gekämpft, aber irgendwann muss man der Realität ins Auge sehen“, sagt Alija Gruber.
Kommunale Immobilienfrage und Ortsversorgung
Das Areal vor dem Sparmarkt gehört der KommReal Hollabrunn GmbH, der Immobiliengesellschaft der Stadtgemeinde Hollabrunn. Über eine mögliche Weiterverwertung wird derzeit beraten. Die Betreiberfamilie berichtet von Gesprächen mit der Gemeinde; Mieterhöhungen seit 2022 haben jedoch zusätzlich zu den wirtschaftlichen Belastungen beigetragen.
- 2018: Übernahme des Marktes durch Alija Gruber (sie erfüllte sich damit einen Lebenstraum).
- 2022: Beginn der spürbaren Verschlechterung der Rahmenbedingungen (Energie- und Mietsteigerungen).
- 2024: Aufgabe des Post-Partners.
- 2026: Bekanntgabe der Geschäftsaufgabe mit Wirksamkeit Ende September.
| Aspekt | Angabe aus Quelle |
|---|---|
| Laufzeit der Pacht | seit 8 Jahren |
| Mitarbeiter 2018 | 7 |
| Mitarbeiter aktuell | 3 (davon 1 geringfügig) |
| Personalkosten | +40% |
| Strom- und Gaspreis | jeweils verdreifacht |
Konkrete Folgen für Bewohnerinnen und Bewohner
Für Breitenwaida bedeutet das Ende des Marktes eine Verschlechterung der Nahversorgung. Gerade für ältere Menschen, Personen ohne Auto oder Haushalte, die sich auf den lokalen Einkauf verlassen, werden Wege zu größeren Supermärkten nötig. Die Betreiberin schildert, dass viele Kundinnen und Kunden derzeit nur noch zu Tagesbeginn kurz einkaufen (etwa ein Kipferl oder Kaffee) — die regelmäßigen Vollsortimenteinkäufer, die den Umsatz stabil halten, würden fehlen.
Ob und wie die Gemeinde oder die KommReal Hollabrunn GmbH eine neue Lösung unterstützen könnten, ist noch offen. Gespräche gab es laut Betreiberfamilie bereits; eine Entscheidung über die künftige Nutzung des Areals steht noch aus.
Für Anrainerinnen und Anrainer ist wichtig zu wissen:
- Der Sparmarkt bleibt voraussichtlich bis Ende September geöffnet; genaue Übergabe- oder Schließungsmodalitäten sind noch nicht bekannt.
- Wer regelmäßig auf den Markt angewiesen ist, sollte Alternativen prüfen (Einkaufsfahrten, Lieferdienste, Unterstützung durch Nachbarschaften).
- Bei Fragen zur weiteren Nutzung des Objekts ist die Stadtgemeinde Hollabrunn bzw. die KommReal Hollabrunn GmbH Ansprechpartnerin.
Die Schließung des Breitenwaidaer Sparmarkts ist ein Beispiel dafür, wie stark steigende Kosten und verändertes Einkaufsverhalten lokale Versorgungslagen beeinflussen. Für den Bezirk Hollabrunn stellt sich nun die Frage, wie Garanten der Nahversorgung in kleineren Ortsteilen langfristig unterstützt oder alternative Lösungen gefördert werden können.