Warum der Anflug auf Madeira als besonders riskant gilt
Der Flughafen von Funchal, offiziell Aeroporto da Madeira Cristiano Ronaldo, steht unter Pilotinnen und Piloten wegen seines anspruchsvollen Anflugs in Europa in der Kritik. Die Lage zwischen dem Atlantik und steilen Küsten sorgt für unberechenbare Windverhältnisse: Aufsteigende Luftmassen an den Hängen können plötzlich als starke Fallwinde auf die Landebahn treffen und zu erheblichen Turbulenzen führen.
Hinzu kommt, dass das Haus der Landungen auf Madeira ohne ein Instrumentenlandesystem betrieben wird. Solche Systeme übertragen Signale von der Piste ins Cockpit und ermöglichen eine präzisere Ausrichtung bei schlechten Sichtverhältnissen. Ohne diese Technik müssen die Flugcrews häufig auf Sicht landen, was bei schwieriger Topografie und Windböen erhöhte Anforderungen schafft.
Training, Umleitungen und Folgen für Reisende
Weil der Anflug besondere Flugfertigkeiten verlangt, absolvieren Piloten und Pilotinnen spezielle Schulungen; erst nach erfolgreichem Abschluss solcher Kurse dürfen sie Madeira anfliegen. Dennoch sind Flugumleitungen keine Seltenheit: Starke Winde und Turbulenzen führen immer wieder zu Ausweichlandungen oder Verzögerungen, im Extremfall müssen Passagiere sogar mehrere Tage ausharren.
- Ort: Funchal, Madeira
- Flughafenname: Aeroporto da Madeira Cristiano Ronaldo
- Probleme: starke Winde, Turbulenzen, fehlendes Instrumentenlandesystem
Die spektakuläre Lage des Flughafens sorgt zwar für eindrucksvolle An- und Abflüge, macht die Situation aber auch schwer berechenbar. Zahlreiche Videos in öffentlich zugänglichen Medien zeigen, mit welchen Manövern Kapitäne hier arbeiten müssen.
Historischer Hinweis und Sicherheitserfordernis
Bei der Eröffnung 1964 war die Landebahn noch deutlich kürzer: Sie maß ursprünglich 1600 Meter. In der Folgezeit gab es schwere Zwischenfälle, unter anderem zwei Unfälle mit Todesfolge im Jahr 1977, die die Gefährdungslage damals verdeutlichten. Heute gilt die Kombination aus Gelände, Wind und technischen Einschränkungen als Grund für die strengen Zulassungsbedingungen für anfliegende Cockpits.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1964 | Eröffnung mit ursprünglicher Landebahnlänge von 1600 m |
| 1977 | Zwei tödliche Flugunfälle |
Für Reisende bedeutet das: Flexibilität einplanen, mögliche Verspätungen und Umleitungen im Blick behalten und auf Informationen der Fluggesellschaft achten. Die besondere Herausforderung des Flughafens Madeira ist ein Beispiel dafür, wie Topografie und Technik Hand in Hand die Sicherheit in der Luftfahrt bestimmen.