Haushalt 2026: Zwischen positivem Betriebsergebnis und negativem Investitionssaldo
Die Klagenfurter Finanzstadträtin Constance Mochar (SPÖ) hat am Montag den Entwurf des Budgets für das Jahr 2026 vorgestellt. Der Plan sieht ein positives Ergebnis in der laufenden Verwaltung vor, gleichzeitig bleiben im Investitionsbereich und bei der Liquidität deutliche Belastungen. Über die Vorlage soll der Gemeinderat am 23. Juli entscheiden; die Bürgermeister-Partei FSP hat angekündigt, dem Beschluss zuzustimmen.
Die wichtigsten Kennzahlen des Entwurfs zeigen ein geteilteres Bild: Im allgemeinen Haushalt ergibt sich eine operative Gebarung mit einem Überschuss in Höhe von 8,8 Millionen Euro. Zugleich weist der Ergebnishaushalt auf der Ebene von Erträgen und Aufwendungen ein negatives Netto von 22,1 Millionen Euro.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Operative Gebarung | +8,8 Mio. € |
| Nettofinanzierungsdefizit | 14,5 Mio. € |
| Saldo Investitionen | -23,3 Mio. € |
| Finanzierungsbereich | 4,0 Mio. € |
| Noch verbleibender Liquiditätsbedarf | 18,6 Mio. € |
| Freie Finanzspitze | 3,7 Mio. € |
| Maastricht-Defizit | 12,8 Mio. € |
| Erträge | 372,0 Mio. € |
| Aufwendungen | 394,2 Mio. € |
Als mögliche Maßnahme zur Deckung verbleibender Finanzierungslücken nannte die Finanzstadträtin als letzte Option eine Fremdfinanzierung zum Jahresende, sollte trotz sparsamen Vollzugs nicht ausreichend Liquidität verfügbar sein.
„Wenn alle Stricke reißen“, so formulierte Mochar, käme eine Fremdfinanzierung in Frage.
Gebührenhaushalte und Zwölftelregelung
Bei den Gebührenhaushalten ergibt sich ein differenziertes Bild: Der Bereich Abwasser weist einen Nettoüberschuss von 5,0 Millionen Euro auf, während der Bereich Abfall ein Nettoverlust von rund 948.000 Euro vorgesehen ist. Auffällig ist zudem, dass die derzeit in Kraft befindliche Zwölftelregelung echte Einsparungen nicht bringe: Nur gesetzlich oder vertraglich erforderliche Zahlungen sind möglich; freiwillige Leistungen wie Subventionen werden demnach zeitlich verzögert angewiesen.
- Freiwillige Leistungen (z. B. Kultur, Sport) von rund 3 Millionen Euro werden nicht gestrichen, aber verzögert ausgezahlt.
- Die Stadt wird im kommenden Wahljahr voraussichtlich wieder mit der Zwölftelregelung starten.
- Investitionsvorhaben bleiben belastet, was Projekte und Auftragserteilungen beeinflussen kann.
Konsequenzen für Klagenfurterinnen und Klagenfurter
Für die Bevölkerung bedeuten diese Zahlen, dass laufende Dienstleistungen und Pflichtaufgaben der Stadtverwaltung gesichert erscheinen, während Investitionen und freiwillige Förderungen eingeschränkt oder zeitlich nach hinten verschoben werden könnten. Kommunale Projekte, die auf Investitionsmittel angewiesen sind, könnten dadurch Verzögerungen erfahren; Vereine und Kulturinitiativen sollten sich auf spätere Auszahlungstermine einstellen.
Der Gemeinderatsbeschluss am 23. Juli wird Klarheit darüber bringen, ob der Entwurf in der vorliegenden Form angenommen wird und welche konkreten Prioritäten die Stadtpolitik für das kommende Jahr setzt. Für Bürgerinnen und Bürger bleibt wichtig zu beobachten, welche Investitionen umgesetzt werden und inwieweit die angekündigten Liquiditätsinstrumente zum Einsatz kommen.