Schluss vor der Jubiläumsfeier
Das Jugendzentrum Don Bosco in Amstetten hat seinen Betrieb bereits am vergangenen Wochenende eingestellt. Damit fällt die geplante 60‑Jahr‑Feier im September aus. Als Betreiber fungiert das Sozialwerk Don Bosco, das die Entscheidung mit dem Wegfall einer Landesförderung begründet.
Finanzierung und Personal
Laut den offiziellen Angaben endete die Unterstützung durch das Land Niederösterreich in der Höhe von 50.000 Euro. Dadurch seien dem Sozialwerk die finanziellen Mittel ausgegangen, heißt es. In der Folge verlor das dreiköpfige Betreuungsteam seine Arbeitsplätze; bereits zuvor waren die Öffnungszeiten schrittweise reduziert worden.
Politische Auseinandersetzung als Hintergrund
Die Schließung stellt den vorläufigen Höhepunkt eines monatelangen politischen Streits dar. Die Entscheidung des Landes, die Förderung zu streichen, wurde zunächst mit Sparmaßnahmen begründet. Später wurde vom zuständigen FPÖ‑Landesrat Martin Antauer unter anderem Kritik an angeblich "links‑woken" Inhalten geäußert. Diese Debatte löste parteiübergreifend heftige Reaktionen aus und führte bis in den Landtag hinein zu Diskussionen und Resolutionen.
„Wir treten im Sommer noch einmal mit dem Land in Kontakt“,
so die Geschäftsführerin des Sozialwerks Don Bosco, Regina Schmid, zur möglichen Wiederaufnahme der Förderung. Sollte es gelingen, die fehlenden 50.000 Euro doch noch zu sichern, hat die Stadt ihre Fortführung der finanziellen Unterstützung bereits in Aussicht gestellt; eine Wiedereröffnung im kommenden Jahr wäre dann denkbar. Schmid zeigt sich allerdings nicht allzu optimistisch.
Reaktionen aus der Politik
Kritik kam unmittelbar nach Bekanntwerden der Schließung erneut von den Grünen: Der Amstettner Landtagsabgeordnete Dominic Hörlezeder bezeichnete das Vorgehen als "ein politisches Versagen auf ganzer Linie" und sprach davon, dass eine Jahrzehnte bestehende Einrichtung "auf dem Altar parteipolitischen Kalküls geopfert" worden sei. Solche Stellungnahmen unterstreichen, dass die Entscheidung nicht nur eine lokale Versorgungsfrage ist, sondern Teil einer größeren politischen Debatte um Jugendförderung und inhaltliche Ausrichtung von Angeboten.
Konkrete Folgen für Jugendliche und die Gemeinde
Das Don Bosco war über Jahrzehnte ein Treffpunkt für Jugendliche in Amstetten. Die jetzt eingetretene Schließung bedeutet den Wegfall von niedrigschwelligen sozialen Angeboten: Treffmöglichkeiten, Freizeitangebote und Beratung. Für Betroffene sind dies unmittelbare Einschränkungen im Freizeitverhalten und bei Unterstützungsangeboten, für die Stadt erhöht sich der Druck, Ersatzstrukturen oder alternative Träger zu finden.
- Einrichtung: Jugendzentrum Don Bosco
- Förderausfall: 50.000 Euro
- Personal: 3 Betreuer verloren ihre Arbeitsplätze
- Jubiläum: 60 Jahre (Feier entfällt)
| Jahr | Angabe |
|---|---|
| Bestehend seit | fast 60 Jahre |
| Förderausfall | 50.000 Euro |
| Betroffenes Personal | 3 Personen |
Für die Bürgerinnen und Bürger im Bezirk bleibt die Frage nach dem Fortbestand von Jugendangeboten drängend. Die Stadt hat signalisiert, die Fortführung finanziell weiterhin zu prüfen, ist aber selbst von budgetären Vorgaben abhängig. Ob das Don Bosco tatsächlich wieder öffnen kann, hängt maßgeblich von Gesprächen zwischen Sozialwerk und Land sowie von möglichen Nachfinanzierungen ab. Bis zu einer endgültigen Klärung bleibt die Einrichtung in Amstetten geschlossen.