Graffiti als gemeinsamer Gestaltungsraum
Im Lehrbetrieb von Jugend am Werk in Siget in der Wart setzten Lehrlinge kürzlich ein sichtbares Zeichen für Partizipation und künstlerischen Ausdruck. Unter der Leitung der Graffiti-Künstler Andreas Nader und Sebastian Schager arbeiteten die Teilnehmenden in mehreren Schritten an einer Wandgestaltung im Gebäude des Lehrbetriebs Rotenturm.
"THINK BIG - Mit eigenen Ideen Wände gestalten"
Das Motto des Workshops, der von der OeAD-GmbH Agentur für Bildung und Internationalisierung mitfinanziert wurde, war Programm: Aus offenen Gesprächen über Umfeld, Hobbys und Werte entstand ein gemeinsames Konzept, das als Entwurf projiziert und anschließend umgesetzt wurde.
Inhaltliche Schwerpunkte und Umsetzung
Die Teilnehmenden brachten verschiedene Motive ein. Als häufig genannte Freizeitbeschäftigungen traten Reisen, Fotografieren und das Zeichnen von Blumen und Pflanzen hervor. Diese Elemente flossen ebenso in die Gestaltung ein wie symbolträchtige Motive, etwa Spielkarten, die Konzepte wie Frieden, Gleichheit und Glück repräsentieren. Eine Figur, die als Mischung aus Engel und Teufel verstanden wird, sowie ein offener Brief dienen als visuelle Anker für Reflexion und Gespräch in einem wichtigen Raum des Betriebs.
Die Wand befindet sich im Raum der Sozialpädagogin – einem Ort, an dem Lehrlinge über Probleme sprechen und reflektieren. Deshalb wurden inhaltlich bewusst Elemente eingebaut, die Gesprächsanlässe bieten und die Rolle dieses Raumes stärken.
Methodik und Lernaspekte
Neben der klassischen Spray- und Maltechnik lernten die Jugendlichen grundlegende Prinzipien der digitalen Collage und Komposition. Sie recherchierten Bildmaterial, entwickelten eigene Grafiken und übersetzten diese schrittweise in ein maßstabsgetreues Gesamtentwurf, der mittels Projektion auf die Wand übertragen wurde. Die Arbeitsweise förderte Teamarbeit, Entscheidungsfindung und die Übersetzung persönlicher Themen in ein kollektives Bild.
- Ort: Jugend am Werk – Lehrbetrieb Rotenturm, Siget in der Wart
- Künstler: Andreas Nader, Sebastian Schager
- Finanzierung: Mitfinanziert von der OeAD-GmbH
- Ziel: Partizipation, künstlerische Bildung, sozialräumliche Aufwertung
Bedeutung für die Region
Solche Projekte haben mehrere lokale Effekte: Sie bieten Jugendlichen praktische Fertigkeiten und Anerkennung, schaffen sichtbare Orte der Identifikation im Lehrbetrieb und bauen Brücken zwischen sozialpädagogischer Arbeit und kultureller Bildung. Für Anrainer und weitere Bildungseinrichtungen im Bezirk zeigt das Projekt, wie künstlerische Aktionen Räume aufwerten und Gesprächsbereitschaft fördern können.
Ob und wie der gestaltete Raum künftig weiter genutzt oder Vorhaben dieser Art auf andere Einrichtungen im Bezirk Oberwart ausgeweitet werden, bleibt eine Frage der weiteren Förderung und Kooperation zwischen Trägern, Bildungspartnern und Förderstellen.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Projektart | Graffiti-Workshop / Wandgestaltung |
| Zielgruppe | Lehrlinge im Lehrbetrieb |
| Leitung | Andreas Nader, Sebastian Schager |
| Förderung | OeAD-GmbH |
Die Umsetzung im Rotenturm ist ein Beispiel dafür, wie Kulturförderung und sozialpädagogische Arbeit vor Ort verknüpft werden können. Für Jugendliche bietet das konkrete Gestalten nicht nur eine kreative Erfahrung, sondern auch die Möglichkeit, ihren Alltag und ihre Werte sichtbar zu machen.