Stadt ehrt Pädagogin und Politikerin — Distanz zur Vergangenheit
Die Stadt Innsbruck hat die bisherige Hermann‑Gmeiner‑Straße formell in Josefine‑Sölder‑Straße umbenannt. Beschlossen wurde die Umbenennung, um das Lebenswerk der Tirolerin Josefina (Josefine) Sölder sichtbar zu machen — einer Lehrerin, Pädagogin und Landtagsabgeordneten, die sich über Jahrzehnte für Bildung, Frauenrechte und gesellschaftliches Engagement eingesetzt hat. Gleichzeitig signalisiert die Maßnahme eine Abkehr von der Würdigung des SOS‑Kinderdorf‑Gründers Hermann Gmeiner, dem posthum Missbrauch und Gewaltvorwürfe gegenübergestellt werden.
Vizebürgermeister Georg Willi, zuständig für Erinnerungskultur, würdigte Sölder als Wegbereiterin:
„Der Weg von Josefine Sölder war geprägt von Neuanfängen. Als Pionierin in zahlreicher Hinsicht hat sie viele Fußspuren hinterlassen, in die nachfolgende Generationen wie selbstverständlich treten konnten.“
Auch Vizebürgermeisterin Elisabeth Mayr, zuständig für Frauenangelegenheiten, betonte die Bedeutung der Umbenennung: Mit der Benennung werde erstmals bewusst nach einer verdienten Frau in Innsbruck eine Straße benannt; Sölder habe auf verschiedenen Ebenen — als Lehrerin, Professorin, Schulheimleiterin, Politikerin und Ehrenamtliche — Verbesserungen im Bildungsbereich vorangebracht.
Konkrete Folgen für Anwohnerinnen und Stadtbild
Für Bewohner:innen und Nutzer:innen der Straße bedeutet die Umbenennung vor allem praktische Änderungen: Adressangaben in Dokumenten und bei Behörden, Beschilderung, digitale Karteneinträge und postalische Zustellungen müssen angepasst werden. Die Stadtverwaltung ist üblicherweise für die Aktualisierung der Straßenschilder und die Weiterleitung der Änderung an relevante Stellen zuständig; ausdrücklich geregelte Übergangsfristen wurden in der vorliegenden Meldung nicht genannt.
- Altname: Hermann‑Gmeiner‑Straße
- Neuer Name: Josefine‑Sölder‑Straße
- Begründung: Würdigung des Engagements von Josefine Sölder; Distanzierung von Hermann Gmeiner aufgrund postumer Vorwürfe
Die Umbenennung ist Teil einer Debatte über Erinnerungskultur: Straßennamen sind sichtbare Zeichen städtischer Wertschätzung; ihre Änderung verändert das kollektive Gedächtnis und kann Ausgleich schaffen, indem das Gedenken auf bisher unterrepräsentierte Persönlichkeiten ausgeweitet wird.
| Aspekt | Information |
|---|---|
| Ehemaliger Name | Hermann‑Gmeiner‑Straße |
| Neuer Name | Josefine‑Sölder‑Straße |
| Würdigung | Bildung, Frauenrechte, politisches und ehrenamtliches Engagement |
Für viele Bürger:innen ist die Umbenennung ein sichtbares Zeichen, dass städtische Erinnerungspolitik neu bewertet wird. Zugleich bleiben praktische Fragen offen: Wie schnell werden digitale und behördliche Systeme aktualisiert? Welche Kosten entstehen für private Adressänderungen? Solche Details wurden in der Meldung nicht genannt, dürften jedoch die Alltagserfahrungen der Anrainer:innen in nächster Zeit prägen.
Die Umbenennung markiert einen bewussten Schritt der Stadt, die Erinnerungskultur zu gestalten — indem ein lokales Lebenswerk sichtbar gemacht wird und gleichzeitig auf problematische Aspekte der bisherigen Namensgebung reagiert wird.