Vom 12. bis 15. August wird Innervillgraten erneut zum Schauplatz eines Festivals, das Landschaft, Musik und lokale Handwerkskunst zusammenführt. Das Hochkultur-Festival nutzt sowohl das Zirkuszelt im Dorf als auch die weithin sichtbare Open-Air-Bühne auf der Unterstaller Alm (1.673 m) und verspricht vier Tage intensiver, regional verwurzelter Kultur.
Ein Dorf trägt ein Festival
Was Besucherinnen und Besucher als Konzert oder Theaterabend erleben, ist Ergebnis monatelanger Vorbereitung: Etwa 100 Menschen aus dem Tal und der Umgebung sorgen alljährlich dafür, dass das Festival realisiert werden kann. Drei bis vier Generationen arbeiten dabei Hand in Hand, oft in ehrenamtlicher Funktion oder ergänzend in unterstützenden Rollen. Die Bandbreite der Aufgaben reicht von Logistik und Auf- und Abbau über Catering bis hin zu Ticket- und Infostellen.
Regionale Küche als Teil des Programms
Die kulinarische Linie des Festivals ist streng lokal gedacht. In den Tagen vor und während der Veranstaltung werden traditionelle Speisen in großen Mengen vorbereitet: Unter den aufgeführten Kreationen finden sich Kaspressknödel, Hirselaibchen und die süße Spezialität Hasenöhrl. Getränke und Eis stammen aus dem näheren Umkreis, von Hofproduzenten und lokalen Röstereien.
- Vorbereitende Helfer: rund 20 Personen allein für Auf- und Abbau
- Festivalbetrieb: täglich 30–35 Helfer im Catering, etwa 20 an Ticket- und Infostellen
- Besonderheit: Einsatz über mehrere Generationen, teilweise in Verbindung mit Urlaub oder saisonalen Schließzeiten
| Datum | Ort | Hauptaktivität |
|---|---|---|
| 12.–15. August | Innervillgraten, Unterstaller Alm | Konzerte, Theater, Kulinarik |
| Helfer | ~100 Personen; 20 für Auf-/Abbau; 30–35 Catering; ~20 Ticket/Info | |
| Regionale Spezialitäten | Kaspressknödel, Hirselaibchen, Hasenöhrl, Hof-Eis, regionales Bier | |
Die Veranstaltungen auf der Alp behaupten sich nicht zuletzt durch die Seltenheit ihrer Lage: Die Bühne auf der Unterstaller Alm bietet ein akustisches und visuelles Erlebnis, das eng mit der Topografie und dem bäuerlichen Alltag des Defereggentals verwoben ist. Gleichzeitig wird das Festival organisatorisch getragen von einer dichten lokalen Vernetzung – Instrumententransporte, gastronomische Zulieferungen und Personalfragen werden in der Region koordiniert.
Für die Kulturpolitik und die Festivallandschaft in Österreich stellt das Ereignis einen exemplarischen Fall dar: Es zeigt, wie kulturelles Leben in peripheren Räumen nicht nur erhalten, sondern nachhaltig gestaltet werden kann, wenn lokale Akteure ihre Kompetenzen bündeln. Die Mischung aus professionellem Programm und ehrenamtlicher Basis ist eine Stärke, birgt aber auch Herausforderungen: Die Abhängigkeit von freiwilligem Engagement und saisonaler Verfügbarkeit der Helferinnen und Helfer erfordert langfristige Sicherungsstrategien, wenn das Festival künftig Bestand haben soll.
In diesem Sommer werde die Bühne zwischen Dorf und Alm erneut zur Begegnungsstätte – für die Musik, für jene, die hinter den Kulissen arbeiten, und für ein Publikum, das regionale Kulturerzeugnisse bewusst erleben möchte. Das Hochkultur-Festival bleibt ein Beispiel dafür, wie Kulturorte in ländlichen Räumen als soziale und wirtschaftliche Motoren fungieren können.