Das Festival nordArt hat Stein am Rhein erneut in einen Ort verwandelt, in dem die Stadt selbst Teil der Aufführung wird. In den verwinkelten Gassen und auf den Plätzen der historischen Altstadt entfaltet sich während der Festivaltage ein Programm, das auf die Nähe zwischen Publikum und Künstlerinnen und Künstlern setzt und die besondere Atmosphäre eines geschützten Orts als künstlerisches Mittel nutzt.
Ein besonderer Spielort
Auf fünf Spielstätten präsentieren die Veranstalterinnen und Veranstalter rund 45 Künstlerinnen und Künstler mit insgesamt 28 Produktionen ein breites Spektrum aus Theater, Musik, Satire und Familienunterhaltung. Das Leitmotiv des Festivals – Bühne · Begegnung · Entdeckungen – macht die Intention deutlich: Es geht nicht nur um Darbietungen, sondern um das Erzeugen von Momenten der Begegnung, um die Vermittlung von Neuem neben Bekanntem.
„Der Theaterabend beginnt nicht erst, wenn das Bühnenlicht angeht, sondern schon bei der Ankunft in Stein am Rhein.“
Dieses Selbstverständnis formuliert die Festivalleitung und prägt zugleich die Kuratierung: Die historische Altstadt soll nicht bloßer Schauplatz sein, sondern aktiv zur Inszenierung beitragen und so eine eigenständige, dichte Atmosphäre schaffen, die das Ereignis von konventionellen Festivals unterscheidet.
Organisation im Denkmal
Die Umsetzung eines solchen Konzepts verlangt einen erheblichen organisatorischen Aufwand. Hinter den Kulissen wirken etwa 60 Personen, die für Technik, Sicherheit, Publikumsführung und Gastronomie sorgen. Die Koordination von zahlreichen Vorstellungen an mehreren Spielorten in geschützter Bauumgebung stellt die Teams immer wieder vor spezielle Herausforderungen – zumal sommerliche Witterungsbedingungen zusätzlichen Anpassungsbedarf erzeugen.
- Fünf Spielstätten in der historischen Altstadt
- Rund 45 beteiligte Künstlerinnen und Künstler
- 28 unterschiedliche Produktionen über zehn Festivaltage
- Etwa 60 Mitarbeitende hinter den Kulissen
Zwischen Programm und Publikumsnähe
Die Programmgestaltung setzt bewusst auf die Mischung von etablierten Namen und Nachwuchstalenten. Die Verantwortlichen suchen Qualität, Originalität und Aufführungen, die in der intimen Atmosphäre funktionieren – nicht allein spektakuläre Momente, sondern Aufführungen, die im direkten Austausch mit dem Publikum ihre Wirkung entfalten. Wenn Besucherinnen und Besucher am Ende mit dem Gefühl heimkehren, etwas Unverwechselbares erlebt oder neue Stimmen entdeckt zu haben, gilt das Festival als gelungen.
Für die Kulturlandschaft der Region zeigt nordArt exemplarisch, wie städtische Räume und Kleinkunst einander bereichern können: Die Altstadt als Bühne schärft die Wahrnehmung für das Zusammenspiel von Ort, Inszenierung und Begegnung und demonstriert zugleich, wie aufwändig und sensibel die Produktion solcher Formate ist.
| Fakt | Wert |
|---|---|
| Spielstätten | 5 |
| Künstlerinnen/Künstler | 45 |
| Produktionen | 28 |
| Mitarbeitende | 60 |
Das Festival bleibt ein Modell dafür, wie kulturelle Praxis nicht nur auf der Bühne, sondern im gesamten Stadtraum stattfindet und wie solche Initiativen nachhaltig Raum für Entdeckungen schaffen können.