Ein Wechsel mit Signalwirkung
Der Autor und Regisseur Josef Maria Krasanovsky wird ab 2027 die künstlerische Leitung des Theater Kosmos in Bregenz übernehmen. Der 1976 in Salzburg Geborene, der seit mehr als 20 Jahren im deutschsprachigen Theaterraum arbeitet, bringt ein profiliertes Interesse an zeitgenössischem Autorentheater und enge Verbindungen zur freien Szene mit.
Aktuelle Arbeit und Kontext
Derzeit inszeniert Krasanovsky für die Bregenzer Festspiele die Uraufführung von Natalie Baudys Stück „under the influence“, die am 12. August gezeigt wird. Diese laufende Produktion steht sinnbildlich für den künstlerischen Kurs, der ihn auszeichnet: ein Grenzgang zwischen institutioneller Bühne und freier Szene, zwischen Uraufführung und diskursivem Theater.
Äußerung zur Kulturlage
"Wir haben keine Kulturkrise. Wir haben eine Krise der Politik, die sich fragt, ob sie Kultur weiter subventionieren soll."
Mit diesem klaren Befund setzt Krasanovsky den Diskurs an eine andere Stelle: Nicht die künstlerische Praxis sei in Frage gestellt, sondern die politische Entscheidung über Förderbedingungen. Die Aussage spiegelt die Sorge vieler Kulturakteure wider, die in einem zunehmend unsicheren Finanzierungsklima tätig sind.
Biografische Linien und programmatische Anknüpfungen
Als "Kind der Wiener Theaterreform" verortet Krasanovsky sich in einer Generation, die zwischen freiem und institutionalem Theater vermittelt. Seine bisherige Arbeit ist geprägt von Kooperationen und Vernetzungen, die ihm den Zugang zum Theater Kosmos eröffneten. Bereits 2024 wurde am selben Haus sein Stück „Mondmilch trinken, immer und jetzt/dein Solarplexus ist mir egal“ uraufgeführt; 2023 erhielt er dafür den Preis der Plattform Theaterallianz.
- Geburtsjahr: 1976 (Salzburg)
- Berufserfahrung: über 20 Jahre im deutschsprachigen Theater
- Aktuelle Produktion: Natalie Baudys „under the influence“ (Uraufführung, 12. August, Bregenzer Festspiele)
Programmatische Absichten und Perspektiven
Krasanovsky bezeichnet die Übernahme als "optimales Match": Das Theater Kosmos vereine, so seine Einschätzung, genau jene Voraussetzungen, für die er als Autor und Regisseur stehe — autor:innen-affines, zeitgenössisches Theater in enger Beziehung zur freien Szene. Er betont, dass ein kleineres Haus diskursiv mutiger sein könne als größere Landesinstitutionen und will dieses Potenzial nutzen. Konkrete Projekte nannte er bislang nicht; er spricht von vielen Ideen, die noch nicht spruchreif seien.
Die planerischen Schritte für die Zeit nach 2027 liegen derzeit bei der Stadt und dem Land und werden weiter ausgearbeitet. Krasanovsky selbst steht noch vor praktischen Herausforderungen wie der Suche nach Wohnraum, zeigt sich aber zuversichtlich und gespannt auf seine neue Aufgabe in Bregenz.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1976 | Geburt in Salzburg |
| 2023 | Preis der Plattform Theaterallianz |
| 2024 | Uraufführung am Theater Kosmos: "Mondmilch trinken, immer und jetzt/dein Solarplexus ist mir egal" |
| 2027 | Beginn der künstlerischen Leitung Theater Kosmos |
Die Berufung Krasanovskys markiert damit nicht nur einen Wechsel in der Leitung, sondern auch eine programmatische Fortsetzung des Profils des Hauses: zeitgenössisches, autorenstarkes Theater, das den Austausch mit der freien Szene als fruchtbaren Nährboden für ästhetische und gesellschaftliche Debatten begreift.