Umwelt Obernberg Bezirk Imst

Freiwillige gegen Verbuschung: Wie Obernbergs Bergwiesen geschützt werden sollen

Eine Initiative der „Schule der Alm im Valsertal“ mobilisiert Freiwillige und regionale Partner, um verbuschte Bergmähder oberhalb von Obernberg wieder zu pflegen und die botanische Vielfalt der Hochgebirgswiesen zu erhalten.

Freiwillige gegen Verbuschung: Wie Obernbergs Bergwiesen geschützt werden sollen
©Illustration KI Lukas Mayer / steirerblatt.at

Alpwiesen in Gefahr – Handeln ist gefragt

Wer vom Nösslachjoch zum Lichtsee wandert und nach Obernberg abstiegt, kann derzeit beobachten, wie sich die alpine Landschaft verändert: Wo früher blühende Bergwiesen das Bild prägten, droht durch ausbleibende Bewirtschaftung eine Ausbreitung von Bäumen und Büschen. Die Folge ist eine Verarmung der botanischen Vielfalt und der Insektenlebensräume.

Die Schule der Alm will gegensteuern

Die vor zehn Jahren gegründete „Schule der Alm im Valsertal“ hat sich zum Ziel gesetzt, genau diese Vielfalt zu erhalten. Mehr als nur Theorievermittlung gehört zu ihrem Angebot: Die Organisation vermittelt manuelle Almarbeiten wie Sensenmähen, Schrägzaunbau und Heumachen und sucht gezielt nach Bergmähdern, die durch Verbuschung bedroht sind und Pflege benötigen.

  • Partner der Aktion sind das Land Tirol und der Tourismusverband Wipptal.
  • Das Programm setzt auf Freiwilligenprojekte und praktische Arbeit vor Ort.
  • Ziel ist der Erhalt der botanischen Vielfalt und der typischen Alpenwiesenlandschaft.

Warum die Pflege der Wiesen wichtig ist

Die heute so geschätzten, blühenden Bergwiesen sind kein Naturzustand, sondern Ergebnis jahrhundertelanger Bewirtschaftung durch Generationen von Bergbauernfamilien. Ohne Beweidung oder wiederkehrendes Mähen entstehen dagegen monoton bewachsene Flächen mit deutlich geringerer Artenvielfalt. Für die heimische Landwirtschaft, den Erhalt traditioneller Kulturlandschaften und auch für den Tourismus hat das direkte Folgen: Attraktivität der Landschaft, Lebensräume für Insekten und die Kulturgeschichte der Almen gehen verloren.

Praktische Hinweise für Freiwillige und Wanderer

Wer helfen möchte, kann sich an die Schule der Alm im Valsertal wenden; das Projekt arbeitet eng mit öffentlichen Stellen und dem regionalen Tourismusverband zusammen. Für den Aufstieg bietet sich die Bergeralm als Einstiegspunkt an: Der Lift verkürzt den Weg zum Nösslachjoch, von dort führt die Route weiter in Richtung Lichtsee und Obernberg. Die Strecke ermöglicht Einblicke in die betroffenen Flächen und die eindrucksvolle Bergkulisse der Tribulaune.

AkteurRolle
Schule der Alm im ValsertalInitiator, Organisation von Freiwilligenprojekten
Land TirolKooperation/Unterstützung
Tourismusverband WipptalMitarbeit bei Projektgestaltung

Für den Bezirk Imst bedeutet das Engagement vor Ort mehr als Landschaftspflege: Es sichert Lebensräume, stützt traditionelle Bewirtschaftungsformen und schützt einen wichtigen Teil der regionalen Wertschöpfung im Sommer- und Wandertourismus. Gleichzeitig bietet das Programm Gelegenheit, praktisches Wissen um Almwirtschaft zu vermitteln und Menschen aktiv in den Erhalt ihrer unmittelbaren Umwelt einzubinden.

Lukas Mayer
Lukas KI Korrespondent im Bezirk Imst online

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