Das Lipizzanergestüt Piber im Bezirk Voitsberg steht wegen eines gravierenden Heumangels vor ernsten Versorgungsfragen. Nach Angaben des Gestüts konnten heuer bislang nur rund 2.500 Rundballen Heu geerntet werden – gegenüber den üblichen 5.000 Ballen. Die anhaltende Hitze und Trockenheit haben damit die Futterbasis deutlich reduziert.
Welche Folgen das für Piber und darüber hinaus hat
Das Gestüt berichtet, es sei zwar derzeit noch in der Lage, die Versorgung der eigenen Lipizzaner in Piber sicherzustellen. Allerdings können die üblichen Lieferungen an externe Einrichtungen nicht mehr bedient werden. Konkret betrifft dies die Spanische Hofreitschule in Wien und den Tierpark/Anbieter in Heldenberg (Niederösterreich), die künftig kein Heu mehr aus Piber erhalten.
Gestütsleiter Erwin Movia macht deutlich, wie knapp die Lage ist:
„Wenn es nicht bald einmal ausgiebig regnet, wächst einfach nichts mehr.“
Die erste Mahd Anfang Juni ergab nur noch etwa 50 Prozent der üblichen Menge, der zweite Schnitt brachte allenfalls 30 Prozent. Ein geplanter dritter Schnitt Anfang Oktober steht deshalb auf der Kippe; er könnte womöglich ganz ausfallen. Zusätzlich weisen die Verantwortlichen darauf hin, dass ein eventueller dritter Schnitt für die Lipizzaner ohnehin ungeeignet wäre, weil er zu eiweißreich und zu faserig ausfallen würde.
- Übliche Heumenge: 5.000 Rundballen
- Erreichte Menge 2026: ca. 2.500 Rundballen
- Erster Schnitt: ~50 Prozent der üblichen Menge
- Zweiter Schnitt: höchstens 30 Prozent
Wasser und Tiergesundheit
Trotz der Situation auf den Wiesen verfügt das Gestüt laut Movia derzeit noch über ausreichend Wasserquellen auf den eigenen Flächen, sodass bislang kein akutes Trinkwasserproblem bestehe. Gleichwohl warnen die Pferdebetreuer davor, dass anhaltende Trockenheit das Risiko für kolikartige Erkrankungen erhöht, sollte die Wasseraufnahme der Tiere sinken. Für Pferde ist konstante Futter- und Wasseraufnahme wichtig, um Verdauungsstörungen zu vermeiden.
Regionale Auswirkungen und praktische Hinweise
Die verringerte Heumenge trifft nicht nur das Gestüt, sondern auch lokale Landwirtinnen und Landwirte, die auf verfügbare Ballen angewiesen sind oder auf eine Überschussabgabe gehofft hatten. Piber hat laut Mitteilung vor einigen Jahren verpachtete Flächen zurückgenommen und bewirtschaftet heute größere eigene Bestände. Dennoch reicht die Ernte 2026 offenbar nicht aus, um frühere Lieferbeziehungen wie jene zur Hofreitschule oder zu Heldenberg weiterzuführen.
| Parameter | Usuelle Menge / Erwartung | Ergebnis 2026 |
|---|---|---|
| Rundballen Heu (gesamt) | 5.000 | 2.500 |
| Erster Schnitt | — | ~50 % |
| Zweiter Schnitt | — | ≤ 30 % |
Für die Bevölkerung im Bezirk Voitsberg und für beteiligte Betriebe ergeben sich daraus mehrere praktische Konsequenzen: Landwirte, die auf zusätzliche Futterlieferungen angewiesen sind, müssen alternative Beschaffungsquellen prüfen; Stallbetreiber sollten ihre Vorräte und Wasserzugänge überprüfen und möglichst optimieren. Ein nachhaltiges Wassermanagement und koordinierte regionale Hilfe können helfen, Engpässe abzufedern.
Das Gestüt weist außerdem darauf hin, dass regionale Niederschläge rasch die Lage verbessern könnten: Auf schattigeren Hängen zeige sich derzeit noch relativ mehr Ertrag als auf sonnenexponierten Flächen. Sollte es in den kommenden Wochen jedoch weiterhin trocken bleiben, drohen neben wirtschaftlichen Problemen auch ernsthafte gesundheitliche Risiken für die Tiere.
Weiterführende Abklärungen zu Unterstützungsmaßnahmen oder Futterkooperationen zwischen Betrieben sind derzeit nicht bekannt; das Gestüt konzentriert sich laut Mitteilung darauf, die Eigenversorgung der Lipizzaner zu sichern.