Beim Besuch der Sonderausstellung zum 450‑jährigen Bestehen der Rosenkranzbruderschaft Landeck hat sich Bischof Hermann Glettler offiziell in das historische Bruderschaftsbuch eingetragen und so seine Verbundenheit mit einer der ältesten katholischen Gebetsgemeinschaften Tirols dokumentiert. Die Ausstellung ist derzeit in der Turmgalerie im Schloss Landeck zu sehen und legt die Kontinuitäten und Brüche einer lokalen religiösen Tradition offen.
Historische Wurzeln und jüngere Wiederbelebung
Die Rosenkranzbruderschaft wurde am 18. Oktober 1575 in der damals bestehenden Wallfahrtskirche „Unsere Liebe Frau im finsteren Walde“ gegründet. Damit gehört die Gemeinschaft zu den ältesten dieser Art in Tirol. Nach einer mehrjährigen Phase des Vergessens wurde die Bruderschaft im Jahr 2018 mit Zustimmung der Diözese Innsbruck und durch die Unterschrift von Bischof Glettler neu belebt. Heute zählt die Gemeinschaft 118 Mitglieder.
Die Ausstellung: Inhalte und Bedeutung
Die Schau zeigt eine Reihe von Dokumenten und Gegenständen, die die Entwicklung der Bruderschaft über Jahrhunderte belegen: Urkunden, religiöse Kunstobjekte und handschriftliche Einträge im Bruderschaftsbuch. Vorgestellt werden auch traditionelle Elemente des Rosenkranzgebets, wie die vier Geheimnisse, sowie Berichte über Marienerscheinungen und Wunderbezeugnisse. Unter den Exponaten befindet sich eine überlieferte Heilungsmeldung aus dem Jahr 1766, die in die Darstellung der lokalen Volksfrömmigkeit eingebettet ist.
„Die Rosenkranzbruderschaft wurde gegründet, um die christlichen Tugenden zu fördern, nämlich vorrangig die Einigkeit der Brüder, sprich den Frieden untereinander, zur Förderung der Nächstenliebe und des gemeinschaftlichen Gebetes“,
erklärte Ausstellungskurator Michael Kain bei der Eröffnung.
Was das für den Bezirk Landeck bedeutet
Die Ausstellung im Schloss hat zwei Funktionen: Sie bewahrt Quellen lokaler Kirchengeschichte und macht sie für die Öffentlichkeit zugänglich. Für Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks bietet die Schau einen direkten Bezug zu Orten und Ereignissen ihrer Region; Familienforschung, lokale Bildungsangebote und die kirchliche Gemeinschaft können daraus Impulse ziehen. Der Eintrag des Bischofs in das Bruderschaftsbuch ist symbolisch: Er unterstreicht die Bedeutung, die die Diözese der Wiederbelebung und der Dokumentation dieser Tradition beimisst.
Praktische Hinweise
- Ort: Turmgalerie, Schloss Landeck
- Anlass: Sonderausstellung zum 450‑jährigen Jubiläum der Rosenkranzbruderschaft
- Kurator: Michael Kain
- Mitgliederstand: 118
Die Ausstellung bietet sowohl historisch Interessierten als auch Gemeindemitgliedern Gelegenheit, sich mit einem Teil der religiösen Vergangenheit des Bezirks auseinanderzusetzen. Dokumente wie das Bruderschaftsbuch sind primäre Quellen für die Erforschung lokaler Religionsgeschichte und können bei weiterführendem Interesse Anlass für vertiefende Forschung oder Bildungsprojekte sein.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1575 | Gründung der Rosenkranzbruderschaft (18. Oktober) |
| 1766 | Überlieferte Heilung, Teil der Ausstellung |
| 2018 | Wiederbelebung der Bruderschaft mit Zustimmung der Diözese |
| 2023/2024 | Sonderausstellung zum 450‑jährigen Bestehen; Eintrag Bischof Glettler |
Die Präsentation im Schloss macht deutlich, wie eng lokale Identität und religiöse Praxis in Teilen des Bezirks Landeck verwoben sind. Für die kommenden Wochen bietet die Ausstellung die Möglichkeit, sich vor Ort ein Bild von dieser langen Tradition zu machen.