Erinnern und Wahrnehmen an einem besonderen Ort
Am Mahnmal für den Frieden beim Grenzübergang in der Höll bei St. Anna am Aigen versammelte sich an einem dämmrigen Abend eine Gästeschar, um an einer Performance teilzunehmen, die sich zugleich als künstlerische Annäherung und historische Mahnung verstand. Die Initiative war Teil des Hochsommerprogramms 2026 und stand unter dem Leitmotiv „Wi(e)der das Verschwinden“.
„Wi(e)der das Verschwinden“
Die Veranstaltung rückte die landschaftliche Vielfalt des Höllgrabens in den Fokus und machte zugleich auf eine dunkle Episode der Vergangenheit aufmerksam: In der dortigen Umgebung waren während des Zweiten Weltkriegs jüdische Zwangsarbeiter ermordet worden. Der Verweis auf diese Verbrechen wurde im Laufe des Abends von Vortragenden und Künstlerinnen immer wieder thematisiert; das Wort „kontaminiert“ fiel in Zitaten, um die mehrschichtige Beziehung zwischen scheinbarer Idylle und belasteter Geschichte zu beschreiben.
Künstlerische und wissenschaftliche Perspektiven
Die Steirische Gesellschaft für Kulturpolitik leitete das Programm ein. Auf der Wiese neben dem Mahnmal gestalteten die Künstlerinnen Anita Fuchs und Natascha Gangl eine Landschaftsperformance: Fuchs konzentrierte sich auf Insekten, Pilze und Pflanzen und hat die ehemalige Apfelplantage seit 2020 renaturiert; Gangl arbeitete mit Sprache, Klang und Rhythmus. Ergänzt wurden diese Perspektiven durch den Nachtfalterexperten Alexander Weihs sowie durch musikalische Begleitung von Franziska Hatz und Richie Winkler.
- Ort: Mahnmal für den Frieden, Grenzübergang Höll
- Leitmotiv: „Wi(e)der das Verschwinden“
- Beteiligte: Anita Fuchs, Natascha Gangl, Alexander Weihs, Franziska Hatz, Richie Winkler
Bedeutung für die lokale Öffentlichkeit
Für die Bevölkerung im Bezirk Südoststeiermark hat die Veranstaltung eine doppelte Bedeutung: Sie macht lokale Naturwerte erlebbar und verweist zugleich auf historische Verantwortung. Solche Projekte können das Bewusstsein für Naturschutz und das Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus gleichermaßen schärfen. Die Kombination aus wissenschaftlicher Beobachtung, künstlerischer Interpretation und historischem Kontext bietet Besucherinnen und Besuchern unterschiedliche Zugänge zur Auseinandersetzung mit dem Ort.
| Aspekt | Inhalt |
|---|---|
| Datum & Zeit | Hochsommer 2026 (Dämmerung) |
| Ort | Mahnmal beim Grenzübergang Höll, St. Anna am Aigen |
| Kernthemen | Erinnerung, Landschaft, Biodiversität, Klang |
Solche lokalen Initiativen sind für den Bezirk von Relevanz, weil sie Orte der Erinnerung in die Gegenwart holen und dabei ökologische Fragen nicht außen vor lassen. Weitere Veranstaltungen im Rahmen des Hochsommerprogramms könnten ähnliche Schnittmengen von Kunst, Wissenschaft und Erinnerungspolitik aufzeigen und damit das kulturelle Angebot im Bezirk bereichern.