Die Arbeitsmarktlage in der Südoststeiermark präsentiert sich Ende Juli 2026 insgesamt robust, weist jedoch deutliche strukturelle Probleme auf: Während die Gesamtarbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr praktisch unverändert blieb, sticht ein erheblicher Anstieg bei den Langzeitarbeitslosen hervor.
Kerndaten im Überblick
Ende Juli waren laut AMS 2.115 Personen im Bezirk als arbeitslos gemeldet. Die regionale Arbeitslosenquote lag bei 4,3 Prozent und damit deutlich unter dem steirischen Durchschnitt von 6,1 Prozent. Gleichzeitig ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Jahresvergleich um 24,6 Prozent gestiegen.
| Indikator | Zahl |
|---|---|
| Insgesamt gemeldete Arbeitslose | 2.115 |
| Arbeitslosenquote (Bezirk) | 4,3 % |
| Langzeitarbeitslose (Männer) | 239 |
| Langzeitarbeitslose (Frauen) | 187 |
| Neue Stellenmeldungen (Juli) | 323 |
| Derzeit offene Stellen | 642 (davon 584 sofort verfügbar) |
Was die Zahlen bedeuten
Die relative Stabilität der Gesamtarbeitslosigkeit bedeutet nicht automatisch, dass der Arbeitsmarkt gesund ist: Zunehmende Langzeitarbeitslosigkeit kann die Wiedereingliederungschancen vieler Betroffener verschlechtern und langfristig soziale Kosten erhöhen. Zugleich ist ein Rückgang der gemeldeten Stellen ein Warnsignal für die Nachfrage nach Arbeitskräften.
"Sorgen bereiten der große Anstieg bei den Langzeitarbeitslosen und der Rückgang bei den Stellenmeldungen"
Dieses Zitat des AMS-Leiters fasst die Kernproblematik zusammen: Es gibt zwar nach wie vor offene Stellen, jedoch kommen sowohl weniger neue Jobangebote herein als auch mehr Menschen dauerhaft in prekäre Lage. Besonders betroffen sind bestimmte Berufsgruppen: Die meisten Arbeitslosen arbeiteten zuletzt in Hilfsberufen (259), gefolgt von Verwaltungsberufen (198) und dem Handel (168).
Branchen mit den meisten offenen Stellen
Gleichzeitig zeigen die gemeldeten Vakanzen, in welchen Bereichen kurzfristig Bedarf besteht. Aktuell sind die meisten Jobs in folgenden Sektoren verfügbar:
- Metall- und Elektroberufe: 100 Stellen
- Bau: 75 Stellen
- Fremdenverkehr: 71 Stellen
Insgesamt waren im Berichtsmonat 323 neue Stellenangebote beim AMS Feldbach eingegangen; das ist ein Rückgang um 57 gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Von den 642 derzeit offenen Positionen sind 584 sofort zu besetzen. Diese Zahlen sind für Arbeitssuchende wichtig: Sie zeigen, wo kurzfristig Chancen bestehen, gleichzeitig aber auch, dass die Nachfrage insgesamt etwas nachlässt.
Konsequenzen und praktische Hinweise
Für Betroffene und Gemeinden bedeutet die Situation konkretes Handeln: Langzeitarbeitslose benötigen maßgeschneiderte Unterstützungsangebote, damit berufliche und soziale Ausgrenzung verhindert wird. Im Bezirk nehmen 406 Personen an Schulungsmaßnahmen teil; solche Programme bleiben zentral, um Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern und offene Stellen zu besetzen.
Für Arbeitgeber und Personalverantwortliche sind die Branchenzahlen ein Hinweis, wo aktuell Kandidaten verfügbar sind und in welchen Segmenten Rekrutierungschancen bestehen. Gemeinden und lokale Initiativen sollten verstärkt in Qualifizierungsangebote, regionale Vernetzung und Vermittlungsunterstützung investieren, um den Trend bei der Langzeitarbeitslosigkeit zu durchbrechen.
Die AMS-Stelle in Feldbach bleibt erste Anlaufstelle für Arbeitsuchende und Betriebe im Bezirk: Dort werden aktuelle Stellen vermittelt, Förder- und Schulungsoptionen besprochen und Unterstützungsmaßnahmen koordiniert.
Insgesamt zeigt die Südoststeiermark einen Arbeitsmarkt, der zwar derzeit robuster dasteht als der steirische Durchschnitt, dem aber durch die steigende Langzeitarbeitslosigkeit und nachlassende Stellenmeldungen strukturelle Aufgaben bevorstehen. Kurzfristig bestehen in bestimmten Branchen Chancen – langfristig sind jedoch gezielte Maßnahmen nötig, um Betroffene wieder dauerhaft in Beschäftigung zu bringen.